Vielleicht ist es unorthodox, aber Ricarda Lang, sonst oft im politischen Widerstreit mit der CSU, findet offene Worte über Markus Söders Fähigkeit, via Social Media Nähe aufzubauen. Im Gespräch mit dem 'Spiegel' hebt sie hervor, dass Söder sehr bewusst inszeniert, wie er lebt und genießt – Fleisch essen, Autofahren, der ganze bayerische Lebensstil: nicht zufällig zur Schau gestellt, sondern als Signal an die Leute, die sich mit ihrer Lebensweise (mal zurecht, mal zu unrecht) angegriffen fühlen. Dieses Gefühl – dass man nicht alleine ist, dass der eigene Alltag politisch gesehen wird – bedient Söder meisterlich. Lang mahnt: Politik funktioniere eben auch über Emotionen, das sollten strategische Überlegungen nicht überdecken. Auch das Gefühl von Anerkennung und Einbindung sei politisch wertvoll. Nicht jeder Satz muss glatt sein, aber durchdacht, und dass Söder dieses Spiel beherrscht, ist Langs Erkenntnis.
Ricarda Lang zollt Söder im Bezug auf seine Social-Media-Präsenz Respekt: Er wirkt nahbar, weil er die Lebensrealitäten vieler Menschen aufgreift – ganz bewusst mit Symbolen wie Fleisch und Auto. Sie warnt, die emotionale Seite der Politik zu unterschätzen, und hebt hervor, wie wichtig Zugehörigkeit und Anerkennung sind, um Vertrauen aufzubauen. In neuesten Meldungen wird genau das diskutiert: Wie persönliche Darstellungen, etwa auf Instagram oder TikTok, politische Meinungen prägen und Wahlen beeinflussen – aktuell wird die Frage der Inszenierung digitaler Nähe immer häufiger aufgegriffen, auch im Zusammenhang mit anderen Politiker*innen und europaweiten Kampagnen.