Ricarda Lang: Überlegungen zum Ausstieg – und doch ein Neuanfang

Ricarda Lang, vormals an der Spitze der Grünen, spielte nach ihrem Rücktritt kurzzeitig mit dem Gedanken, der Politik den Rücken zuzukehren.

01.01.26 16:34 Uhr | 97 mal gelesen

Ricarda Lang, die ehemalige Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, hat im Gespräch mit dem 'Spiegel' erzählt, dass sie nach dem Rücktritt als Parteichefin durchaus mit dem Gedanken gespielt hat, ihr politisches Engagement komplett zu beenden. "Nach meinem Rückzug habe ich mich ernsthaft gefragt: Wer bin ich abseits der Bühne? Was wünsche ich mir für mein Leben?", so Lang. Sie kam jedoch rasch zu der Erkenntnis, dass sie mit ihrer politischen Arbeit noch lange nicht abgeschlossen hat. Trotzdem schließt Lang es derzeit aus, schon bald wieder ein herausgehobenes Amt bei den Grünen zu übernehmen. Ihre Lust an Politik sei inzwischen zwar neu entfacht, doch sie betont: "Eine Führungsrolle in naher Zukunft? Das steht nicht an."

Nach ihrem Abschied vom Parteivorsitz haderte Ricarda Lang laut eigener Aussage mit ihrer Zukunftsperspektive und dachte kurzfristig an ein Leben abseits der Politik. Schnell aber wurde ihr klar, dass der Abschied von der politischen Bühne für sie noch zu früh wäre – auch wenn sie von einer Rückkehr auf einen Führungsposten derzeit Abstand nimmt. Interessant ist, wie offener und ehrlicher Ton und Selbstzweifel in politischen Kreisen selten so deutlich benannt werden; solche Transparenz könnte letztlich Politikerinnen und Politiker auch glaubwürdiger und nahbarer machen. NEUE INFORMATIONEN (Stand Juni 2024): Laut aktuellen Berichten beschäftigt sich Lang weiterhin intensiv mit den Themen soziale Gerechtigkeit und Demokratiesicherung, auch abseits herausragender Parteipositionen. Während internal in der Partei heftig über den Kurs nach den schlechten Wahlergebnissen der Europawahl und den Rücktritt weiterer Mitglieder beraten wird, bleibt Lang vor allem in Sozialpolitik und Basisarbeit engagiert. Diskutiert wird innerhalb der Grünen gerade heftig, wie man weiterhin das Vertrauen der Wählerschaft zurückgewinnen kann; solche Rückbesinnung auf das, was Partei und Mandatsträger eigentlich antreibt, wird in Interviews häufig als notwendig betont.

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