Russland wirft Deutschland "Revanchismus" vor – Scharfe Reaktionen in Berlin

Moskau beschuldigt Deutschland einer angeblichen "Vergeltungssucht" – eine Anschuldigung, die parteiübergreifend in Berlin auf vehemente Ablehnung stößt. Anton Hofreiter bezeichnet das russische Vorgehen als groteskes Ablenkungsmanöver, während andere Politiker an die historische Verantwortung Deutschlands erinnern.

heute 06:42 Uhr | 2 mal gelesen

Die Aussagen des russischen Außenministeriums, Deutschland wolle sich angeblich für frühere Niederlagen revanchieren, sorgen in Berlin für Kopfschütteln. Es ist schon ein seltsames Schauspiel: Während die Bundesregierung die Ukraine verteidigt und deren Weg Richtung Europäische Union unterstützt, verdreht Moskau die Realität. Grünen-Politiker Anton Hofreiter hat gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" kein Blatt vor den Mund genommen und nennt die Vorwürfe schlichtweg absurd. Für ihn versucht Russland mit "verleumderischen Behauptungen" von den eigenen Kriegstaten in der Ukraine abzulenken. CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt schlägt in die gleiche Kerbe: Gerade wegen der deutschen Geschichte, so meint er, dürfe Deutschland beim Krieg in Europa nicht einfach zusehen. Es klingt fast wie ein historisches Echo, wenn er darauf verweist, dass die Ukrainer im Zweiten Weltkrieg zu den großen Opfern der Nazi-Verbrechen gehörten. Ironisch: Ausgerechnet Deutschland wird von Russland mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert – nur um von den Geschehnissen in der Ukraine abzulenken. Die Bundesregierung steht jedenfalls geeint hinter der Ukraine. Die russische Regierung behauptet gleichzeitig, spätestens mit der massiven Waffenhilfe habe Deutschland begonnen, "alte Rechnungen zu begleichen". Sogar eine direkte Warnung wird ausgesprochen: Sollte die Bundeswehr in der Ukraine eingreifen, sieht Moskau deren Soldaten als "legitime Ziele". Das klingt nach Kaltem Krieg, ist aber leider aktuelle Politik.

Der gegenseitige Umgang zwischen Berlin und Moskau erreicht einen neuen Tiefpunkt: Das russische Außenministerium wirft Deutschland "Revanchismus" vor – praktisch eine Beschuldigung, das Land wolle sich für historische Niederlagen rächen, insbesondere durch seine Unterstützung der Ukraine. Deutsche Politiker aus unterschiedlichen Parteien kritisieren den Vorwurf heftig und sehen darin den Versuch, von Russlands Krieg in der Ukraine abzulenken und die internationale Wahrnehmung zu manipulieren. Aktuelle Hintergrundberichte zum Thema zeigen, dass Russland die Unterstützung westlicher Staaten für Kiew zunehmend aggressiv als provozierend darstellt und dadurch versucht, innenpolitische Zustimmung und geopolitischen Druck zu erzeugen. Jüngste Kommentare aus Berlin betonen regelmäßig, die Verantwortung aus der eigenen Geschichte gerade zum Schutz der Ukraine ernst nehmen zu müssen, während der Ton aus Moskau mit Drohungen gegenüber einer möglichen stationierten Bundeswehr in Osteuropa schärfer wird. Darüber hinaus haben in dieser Debatte auch andere Staaten – besonders in Mittelosteuropa – ihre Solidarität mit Deutschland bekräftigt und das russische Narrativ scharf zurückgewiesen.

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