Sahra Wagenknecht: Offene Haltung gegenüber AfD-Zusammenarbeit sorgt für Diskussionen

Die BSW-Initiatorin Sahra Wagenknecht spricht sich dafür aus, im Falle eines Wahlerfolgs in Sachsen-Anhalt nicht strikt eine Kooperation mit der AfD auszuschließen – und entfacht damit erneut eine Debatte um die 'Brandmauer' gegen Rechts.

heute 14:29 Uhr | 3 mal gelesen

"Wir können es uns nicht leisten, starr an dieser Brandmauer-Fixierung festzuhalten – sonst fühlen sich bald immer mehr Wähler schlicht ignoriert", sagte Wagenknecht laut 'Spiegel'. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), so es denn über die Fünf-Prozent-Hürde klettert, will gezielt jemanden als Regierungschef ins Spiel bringen, der allgemein Ansehen genießt und eine neuerliche politische Richtung symbolisiert. Ihre Vorstellung: Es gäbe unabhängig respektierte Persönlichkeiten – sei es aus Wirtschaft, Kirche oder Justiz –, die als Ministerpräsident infrage kämen. Namen? Bleiben weiterhin geheim. Was sie außerdem betonte: Das erträumte Kabinett solle aus Expertinnen und Experten bestehen, durchaus auch mal parteilos. Entscheidendes Detail: Wagenknecht nimmt es besonders wörtlich mit der demokratischen Mitwirkung – explizit auch die AfD sollen, sofern vom Wähler legitimiert, nicht per se ausgegrenzt werden. Nach ihrer Sicht gebe es im AfD-Programm einige Punkte, die ernsthaft debattiert gehörten, da auch viele deren Wähler dies einfordern. Kritik, dass sie so der AfD den Weg in die Regierung ebne, wies sie zurück. Vielmehr kritisierte sie die aktuelle Abschottungstaktik, die manchen Wählern das Gefühl gebe, als zähle ihre Meinung nicht. Wagenknecht warf ein: „Wenn das so weitergeht, gibt’s irgendwann eine absolute AfD-Mehrheit – vielleicht wäre ein Umdenken vorher nicht verkehrt.“ Hintergrund: Nachdem sie 2023 aus der Linken austrat, gründete Wagenknecht zusammen mit Mitstreitern das BSW, zog sich mittlerweile aber aus der Führung zurück. Während des Wahlkampfs hilft sie weiterhin beim Aufbau der jungen Partei. Der Einzug in den Bundestag klappte noch nicht – in Sachsen-Anhalt rangiert das Bündnis aktuell am unteren Rand der Chancen.

Sahra Wagenknecht bringt Schwung in die politische Diskussion um eine mögliche Annäherung an die AfD: Nach ihren jüngsten Äußerungen will sie dem vermeintlichen "Brandmauer"-Dogma entsagen, um mehr Wählerwillen zu respektieren und neue Koalitionsoptionen zu denken. Sie fordert einen überparteilichen, angesehenen Ministerpräsidenten für Sachsen-Anhalt, der ein Kabinett aus Fachleuten – parteilos oder nicht – bilden soll. Ihr Ziel ist, die Bildung des Kabinetts nicht von vornherein auf bestimmte Parteien zu beschränken, sondern alle nach geltender demokratischer Legitimation einzubeziehen, auch die AfD. Nach eigenen Angaben möchte Wagenknecht verhindern, dass eine wachsende Unzufriedenheit mit der Politik den Einfluss der AfD weiter stärkt. Neuere Internetrecherchen zeigen: Das Thema bringt unterschiedliche Einschätzungen hervor. In aktuellen Leitartikeln betrachten einige die Aussage Wagenknechts als bemerkenswerten Bruch mit tradierten politischen Linien und als Risiko für Linksbündnisse. In Sachsen-Anhalt sieht das BSW in letzten Umfragen zwar eine Chance, die Hürde zu nehmen, bleibt aber politisch „im Schwebezustand“, was Strategien gegen und für die AfD betrifft. Zentraler Diskussionspunkt bleibt: Wie sehr ist in Deutschland politisches Neuland überhaupt denk- und machbar, ohne demokratische Grundsätze zu gefährden?

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