Der politische Diskurs um einen möglichen Verzicht auf das Vetorecht beim EU-Beitritt Serbiens nimmt Fahrt auf und stößt sowohl auf Zustimmung als auch Skepsis. Während lokale und deutsche Politiker wie Anton Hofreiter und Adis Ahmetovic pragmatische Wege zur Integration des Westbalkans suchen, unterstreichen europäische Institutionen und das Auswärtige Amt die Bedeutung der Einhaltung bestehender EU-Kriterien und warnen vor einer Zwei-Klassen-Mitgliedschaft. International wird debattiert, ob solch ein Schritt den ökonomischen und sicherheitspolitischen Herausforderungen der Region angemessen begegnet – vor allem im Kontext zunehmender externer Einflussversuche, beispielsweise durch Russland. Recherchiert: In aktuellen Beiträgen betonen zahlreiche Analysten, dass der Reformdruck innerhalb der EU wächst und eine Debatte über die Auflösung des Einstimmigkeitsprinzips immer wahrscheinlicher wird. Laut taz.de sorgt das Thema gerade im Zusammenhang mit den Europawahlen für kontroverse Positionierungen, während beispielsweise die Süddeutsche Zeitung die Bedingung der Rechtsstaatlichkeit als zentrales Kriterium für einen möglichen Beitritt unterstreicht. Neue Stimmen aus Osteuropa unterstützen die serbische Forderung teilweise, während aus Brüssel nach wie vor die Warnung kommt, dass eine Erweiterung ohne gründliche institutionelle Reformen die Schlagkraft der EU schwächen könnte. Darüber hinaus weisen internationale Medien wie die DW oder The Local darauf hin, dass selbst bei einem Verzicht auf das Vetorecht langwierige Beitrittsverhandlungen und schwierige interne Abstimmungsprozesse nicht automatisch entfallen würden.