Sexualisierte und spirituelle Gewalt in der DPSG: Forschungsteam präsentiert Ergebnisse

Köln – Einladung zur Vorstellung der Untersuchungsergebnisse zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der DPSG am 5. Februar 2026.

heute 18:00 Uhr | 5 mal gelesen

Was normalerweise nur in Andeutungen besprochen wird, gerät hier schonungslos an die Oberfläche: Seit Ende 2023 haben Teams der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen im Auftrag der Deutschen Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) die dunklen Kapitel ihrer jüngeren wie älteren Geschichte untersucht. Wer genauer hinschaut, ahnt: Es ging nicht nur um Zahlen, sondern um das Verstehen von Strukturen, die Übergriffe – sei es sexualisierter oder spiritueller Natur – ermöglichten. Betroffene kamen im Rahmen von Interviews zu Wort, hinzu kamen quantitative Umfragen sowie tiefe Aktenanalysen. Das Ziel dieser leidvollen, aber notwendigen Forschung? Mehr Verantwortung, mehr Transparenz und vor allem: wirkliche Veränderung. Deshalb findet am 5. Februar 2026 um 11 Uhr in Köln (Komed, Mediapark 7) eine Pressekonferenz statt – alternativ können Interessierte per Zoom zuschalten. Anmeldung bis spätestens 4. Februar, 14 Uhr erforderlich. Vor Ort gibt es Raum für Fragen. Onlinefragen laufen diskreter über einen Chat; nicht alles wird direkt beantwortet, aber kein Anliegen soll unter den Tisch fallen – Nachbearbeitung inklusive. Im Anschluss an die Konferenz besteht nur vor Ort die Möglichkeit zu Einzelinterviews. Die vollständige Studie wird nach dem Termin auf der Website der DPSG öffentlich abrufbar sein. Zur Einordnung: Die DPSG, Deutschlands größter katholischer Pfadfinderverband, zählt über 83.000 Mitglieder in etwa 1.100 Ortsgruppen. Seit Jahren stellt sie sich Missbrauchsfällen, 2019 begann ein intensiver Prozess zur Aufarbeitung. Nun legen unabhängige Forscher*innen erstmals den Finger in die Wunde und prüfen die Strukturen von 1929 bis 2022. Hauptverantwortliche der Studie sind Prof. Sabine Maschke (Marburg) und Prof. Ludwig-Stecher (Gießen). Ihr Team betont, dass die Debatte über Gewalt in Jugendverbänden endlich „ehrlich, umfassend und systemisch“ geführt werden müsse. Neben der Forschungsgruppe sprechen auch Betroffene und Verbandsverantwortliche. Alle weiteren Details, inklusive Pressemappe sowie Ansprechpartnerin Isabella Braun, finden sich auf der Webseite der DPSG. Pressefotos sind auf Anfrage erhältlich.

Die Deutsche Pfadfinder*innenschaft Sankt Georg (DPSG) stellt am 5. Februar 2026 die Ergebnisse eines zweijährigen Forschungsprojekts zur sexualisierten und spirituellen Gewalt vor – ein Thema, das nach zahlreichen Missbrauchsskandalen in mehreren Kirchen und Jugendverbänden akut an gesellschaftlicher Brisanz gewonnen hat. Die unabhängigen Studienleiter*innen aus Marburg und Gießen legen hierbei besonderen Wert auf die Offenlegung struktureller Ursachen und risikobehafteter Dynamiken innerhalb der DPSG, die Übergriffigkeit begünstigen können. Recherchen in taz, FAZ und Süddeutscher Zeitung belegen aktuell eine steigende Sensibilität für Missbrauchsthemen in kirchennahen Gruppen; Diskussionen drehen sich um bessere Vertrauens-Kultur und Schutzmechanismen, während zeitgleich zahlreiche Betroffene weiterhin um Anerkennung und konsequente Aufarbeitung ringen. Weitere Details sind teils erschreckend aktuell: Nach Daten von 2024 werden Präventionsmaßnahmen in Jugendverbänden bundesweit diskutiert und evaluiert, während die DPSG mit Transparenzoffensiven Vorreiter sein möchte (vgl. aktuelle Artikel aus der Süddeutschen und Spiegel). Immer häufiger fließen Betroffenenberichte direkt in Reformen ein, während viele katholische und kirchliche Jugendorganisationen mit eigenen Skandalen umzugehen lernen – und daraus zuweilen schwerfällige, aber notwendige institutionelle Veränderungen anzustoßen versuchen.

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