Im Schatten der aktuellen Angriffe im Norden Syriens ruft Medico International die Bundesregierung dazu auf, bei der Übergangsregierung in Syrien mehr Nachdruck auf den Erhalt von Stabilität auszuüben. Aus den Reihen der Organisation kommt leise Optimismus: "Vielleicht findet sich ein Übereinkommen, mit dem beide Seiten in irgendeiner Form klarkommen", meinte Anita Starosta im Gespräch mit dem 'Redaktionsnetzwerk Deutschland'. Doch auch sie bleibt skeptisch – das Gefühl, ein Teil der Selbstbestimmung ginge zwangsläufig verloren, sei schwer zu ignorieren. Ein tragfähiges Abkommen wäre das kleinere Übel, denn scheitern die Verhandlungen, könnten Regierungstruppen aufmarschieren. Die Folge? Ein neuer Bürgerkrieg, nochmals Flucht und eine sich zuspitzende Katastrophe für die Bevölkerung. Besonders die kurdische Gemeinschaft – ohnehin gezeichnet durch traumatische Erfahrungen – erlebt im Moment eine Welle der Unsicherheit und Angst. Starosta hebt hervor, dass die Bundesregierung Syrien nicht nur aus innenpolitischen Gründen – etwa bezüglich Abschiebungsdebatten – betrachten dürfe; stattdessen müssten Themen wie Stabilität, Menschenrechte und die Ahndung von Gewaltverbrechen maximal im Fokus stehen. Sie fordert explizit, den Dialog auch auf die kurdische Perspektive auszuweiten.
Der Druck auf die kurdisch kontrollierten Gebiete in Syrien wächst durch die jüngsten Militäroperationen der Assad-Regierung deutlich, und die Gefahr eines erneuten Bürgerkriegs ist laut Medico International beunruhigend real. Das Thema erhitzt gerade auch international die Gemüter, da viele Akteure ihre jeweiligen Interessen mit ins Spiel bringen und diplomatische Lösungen nach wie vor auf wackeligen Beinen stehen. Erste aktuelle Recherchen bei anderen Quellen zeigen: Noch immer bleibt die Situation hochdynamisch, zumal Russland und die Türkei ebenfalls in die Entwicklungen verwickelt sind und westliche Staaten – darunter Deutschland – sich zunehmend fragen müssen, wie weit ihre Verantwortung geht und wie sie auf den drohenden Kontrollverlust reagieren sollen.