Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, ließ vor der Presse (konkret der 'Rheinischen Post') kein Blatt vor den Mund: Kai Wegner müsse sich „kritischen Fragen stellen“, besonders, da die Informationen zu seinem Verhalten während des Blackouts bislang nur stückweise ans Licht kamen. Wiese drängte, dass nun endlich vollständige Klarheit her müsse, was an jenem Tag tatsächlich geschah – nicht zuletzt auch mit Blick auf das Verhalten des Bürgermeisters selbst. Es schwang deutliche Kritik mit, als Wiese den legendären Krisenmanager Helmut Schmidt als leuchtendes Beispiel nannte. Schmidt wuchs während der Hamburger Flut unbestritten über sich hinaus; Wiese ließ keinen Zweifel daran, dass er in der aktuellen Lage einen ähnlich klaren, beherzten Umgang erwartet. Neben dem individuellen Versagen standen im Raum auch Befürchtungen über mögliche politische Hintergründe: Wiese forderte im gleichen Atemzug, dass Hinweise, die einen russischen Hintergrund des Stromnetz-Anschlags nahelegen könnten, ebenso genau untersucht werden. Kurios – oder doch typisch Politik –, dass Wegner erst Tage nach dem Zwischenfall gestand, den Beginn des Stromausfalls sportlich am Tennisplatz verbracht zu haben. Für einen Spitzenkandidaten der CDU ein – freundlich gesagt – unglücklicher Zeitpunkt.
Kai Wegner, Berlins regierender Bürgermeister, steht verstärkt unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass er bei Beginn des Stromausfalls Tennis spielte. SPD-Politiker Dirk Wiese verlangt schonungslose Offenlegung aller Fakten und verweist dabei auf das beispielhafte Krisenmanagement Helmut Schmidts. Zusätzlich wird eine umfassende Untersuchung zu möglichen russischen Einflüssen auf den Vorfall gefordert – was angesichts derzeitiger geopolitischer Spannungen nicht überraschend kommt. Neue Recherchen zeigen, dass die Stromnetzbetreiber immer wieder vor zunehmenden Cyberangriffen warnen, wobei vor allem staatliche Akteure im Fokus stehen, etwa laut aktuellen Artikeln der taz und der Süddeutschen. Interessant ist zudem: Während die Berliner Senatskanzlei an einer eigenen Chronologie der Ereignisse arbeitet, kritisieren Bürgerinitiativen die Informationspolitik als intransparent. Abschließend betonen mehrere Medien, dass viele Berliner den Vorfall als Weckruf für eine bessere öffentliche Krisenkommunikation und Infrastruktur-Sicherheit sehen.