Was auf den ersten Blick wirkt wie ein Drehbuch für einen Spionagethriller, ist traurige Realität: Laut einer aktuellen Analyse, die dem 'Handelsblatt' vorliegt, meldet sich das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) mit einer deutlichen Warnung an die Öffentlichkeit. Die andauernden Angriffe auf die Ukraine haben in Russland wohl zu einer echten Nachfragschub bei Rüstungsgütern geführt – und nicht zu knapp geht es dabei um sogenannte proliferationsrelevante Produkte, also Dinge, die auch für Massenvernichtungswaffen taugen könnten. EU-Sanktionen machen es zwar schwerer, solche Technik nach Russland zu liefern, doch offenbar greifen russische Kreise inzwischen zu immer kreativeren und professionelleren Methoden, um deutsches Know-how und High-End-Produkte – Stichworte: Werkzeugmaschinen, Halbleiter – abzugreifen.
Im Bericht wird von gezielten Umgehungsversuchen der Exportkontrolle gesprochen. Und: Russlands Dienste mischen aktiv mit, um ihre Spuren zu verschleiern. Neben Russland haben übrigens auch China, Iran, Nordkorea und Pakistan ein beachtliches Interesse an deutscher Hightech. Warum? Nun, Deutschland als Innovationsmotor und Heimat zahlreicher versteckter Weltmarktführer (diese 'Hidden Champions' aus dem Mittelstand!) ist geradezu ein Eldorado für Spionage und Beschaffungsversuche. Ironischerweise sind nicht nur die 'Großen' der Industrie betroffen, sondern auch kleinere Betriebe, die oft besonders clevere Technologien in Nischen entwickeln.
Der Verfassungsschutz schlägt wegen verstärkter Versuche Russlands, militärisch nutzbare Technologien aus Deutschland zu beschaffen, Alarm. Die aktuelle Lage bringt mit sich, dass Sanktionen zwar greifen, Russland aber mit Unterstützung von Nachrichtendiensten und getarnten Beschaffungskanälen immer gezielter auf hochmoderne Ausrüstung und wissenschaftliche Erkenntnisse aus Deutschland abzielt. Auch andere Staaten wie China, Iran und Nordkorea zeigen gesteigertes Interesse an deutscher Technik, was laut Experten zu einer Gesamtlage führt, bei der Unternehmen jeder Größe Ziel werden können – ob sie wollen oder nicht.
Ergänzung nach Webrecherche: Wie verschiedene Medien aktuell berichten, ist die Angst vor Industriespionage alles andere als unbegründet – etwa warnt die Süddeutsche Zeitung vor chinesischem Technologietransfer und illegalen Kontakten in der Forschung. Bei DER SPIEGEL wird betont, dass die Zahl solcher Fälle von technologischer Spionage laut Experten in diesem Jahr spürbar zugenommen hat, mit besonderem Fokus auf die Halbleiterindustrie. Zeit Online berichtet zusätzlich über eine enge Verzahnung staatlicher russischer Stellen mit fake-europäischen Unternehmen, die gezielt Lieferketten in Deutschland infiltrieren, um begehrte Komponenten zu beschaffen.