Es gibt da eigentlich kein großes Knistern im Gebälk, wenn Marie-Agnes Strack-Zimmermann, immerhin eine der lauteren Stimmen in Europas Sicherheitszirkeln, ihre Meinung kundtut. "Natürlich sollte Deutschland helfen, eine Friedenslösung in der Ukraine abzusichern, das steht für mich außer Diskussion," äußerte sie am Wochenende gegenüber den Zeitungen der Funke-Gruppe, zwischen Wachwerden und Routine-Kaffee vermutlich, jedenfalls zwingend nüchtern. Sie will aber auch klarstellen: Ohne die Nato - also gewissermaßen nicht im Blindflug, sondern im vertrauten Verbund - läuft da nichts. Denn, so ihr Argument, "letztlich trägt nur die Nato unsere sicherheitspolitischen Hoffnungen auf ihren Schultern." Manfred Weber von der CSU lehnt sich derweil aus dem EU-Fenster und träumt von Soldaten in blauer Montur: ein europäisches Kommando solle doch bitte den Frieden hüten, gar flankiert von Deutschen – mal ganz mutig gedacht, so kurz vor Wochenende. Strack-Zimmermann winkt ab: Separatausflüge außerhalb der Nato seien riskant, geradezu Abenteuerspiele, bei denen Russland und Co. aufmerksam mitlesen dürften. Also lieber kein Experiment, meint sie und stichelt: Ein uneiniges Europa im Militärischen – das sei sicherheitspolitisch so wenig ratsam wie Fallschirmspringen ohne Schirm.
Im Kern widersetzt sich Strack-Zimmermann klar der Vorstellung, deutsche Soldaten unter EU-Flagge in die Ukraine zu entsenden – für sie ist die Einbindung in den Nato-Rahmen alternativlos. Die Debatte bekommt vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheiten über die zukünftige US-Position in der Nato und Europas Rolle im Ukraine-Krieg zusätzliche Schärfe. In aktuellen Medienberichten wird deutlich, dass auch andere europäische Länder eine stärkere militärische Kooperation und Verantwortung innerhalb der Nato diskutieren, während die Diskussion um einen EU-eigenen Militäreinsatz weiterhin für kontroverse Reaktionen sorgt.