Streit um Bafög: Fahimi wirft Bär Realitätsferne vor

Yasmin Fahimi, Vorsitzende des DGB, hat die Wortmeldungen von Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) zur geplanten Bafög-Reform scharf zurückgewiesen.

heute 18:59 Uhr | 2 mal gelesen

Was sich da in der ntv-Talkrunde ereignete, war durchaus bemerkenswert: Yasmin Fahimi nahm kaum ein Blatt vor den Mund, als sie Bärs Äußerungen kritisierte. 'Das halte ich für völlig untragbar', betonte Fahimi Montagabend. In ihren Augen müsse das Bafög dringend angeglichen werden – sowohl der Betrag als auch die Zugangsmöglichkeiten. Ein Punkt, der ihr besonders auf dem Herzen lag: Die sozialen Unterschiede beim Zugang zu Bildung klafften wieder weiter auseinander. Gerade junge Menschen aus Familien ohne akademischen Hintergrund blieben häufiger außen vor – teils, weil das Geld schlicht nicht reicht. Sie betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. Zudem erteilte Fahimi der verbreiteten Annahme, junge Menschen hätten es 'so leicht wie nie' eine klare Absage: Corona, gestiegene Ansprüche in Schule, Studium und Ausbildung – das alles prägt ihre Generation tief. 'Vielleicht sollten ältere Semester ihren Blickwinkel mal kurz justieren', meinte sie am Rande noch spitz. Ehrenamt, Engagement und Druck seien Alltag, nicht Ausnahme.

Die Debatte um das Bafög flammt erneut auf – und diesmal werden auch die Tonlagen schärfer. Gerade nachdem Dorothee Bär signalisiert hatte, dass sie die aktuellen Forderungen für übertrieben hält, setzte Yasmin Fahimi entschieden dagegen: Die Lebensrealität vieler Studierender spiegle sich im bisherigen Bafög-System nicht mehr wider. Recherchen in aktuellen Medien zeigen: Die Ampel steht unter Druck, das Bafög tatsächlich anzuheben und den Zugang breiter zu öffnen; der Protest gegen eine bloße Reform 'auf Sparflamme' wird lauter. Besonders Sozialverbände und Bildungsforscher warnen davor, dass bei weiter steigenden Lebenshaltungs- und Mietkosten ein Studium für viele junge Erwachsene aus einkommensschwachen Haushalten schlicht unerschwinglich werden könnte. Parallel pochen auch Student*innenvertretungen darauf, dass Reformpläne nicht verzögert oder verwässert werden dürften.

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