Bundeswehr rüstet weiter auf: Streit um fast 100 Großprojekte in Planung
Das Verteidigungsministerium hat ehrgeizige Pläne: Für das zweite Halbjahr 2026 stehen etwa 100 neue Rüstungsvorhaben im Raum.
Das Verteidigungsministerium hat ehrgeizige Pläne: Für das zweite Halbjahr 2026 stehen etwa 100 neue Rüstungsvorhaben im Raum.
Die neue Bundeswehrbrigade für die Ostflanke der Nato in Litauen nähert sich personell langsam der Zielmarke – doch es bleibt noch ein gutes Stück zu gehen.
In Niedersachsen kocht eine politische Debatte hoch: Die CDU kritisiert Verteidigungsminister Boris Pistorius, weil er angeblich vor einer Bundeswehrkaserne Wahlkampf für einen SPD-Parteifreund gemacht habe. Marcus Mohrmann (CDU) wirft Pistorius 'billige Wahlkampfhilfe' für den sozialdemokratischen Bürgermeisterkandidaten von Winsen/Aller vor. Das Verteidigungsministerium bestreitet den Vorwurf.
Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig-Halle spricht sich die SPD-Politikerin Siemtje Möller klar gegen eine Ausweitung der militärischen Aufgaben im Inneren aus – stattdessen fordert sie bessere Zusammenarbeit der Behörden und stärkeren Schutz kritischer Infrastruktur.
Henning Otte, Wehrbeauftragter des Bundestags, sieht mit Sorge, dass die modernisierte persönliche Ausrüstung der Soldaten räumlich kaum noch unterzubringen ist. Im alltäglichen Dienstbetrieb stoßen die Truppen durch die Ausrüstungszuwächse immer öfter an ihre organisatorischen und infrastrukturellen Grenzen.
Das Verteidigungsministerium macht Nägel mit Köpfen bei der Standortwahl: Fünf ehemalige Kasernen stehen auf der Liste für die neue Wehrdienst-Initiative – konkrete Schritte zur Nutzung laufen bereits.
Moritz Schularick, Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, attackiert Verteidigungsminister Boris Pistorius wegen seines wenig visionären Kurses bei der Bundeswehr-Modernisierung. Anstelle gezielter Investitionen in die Technologie von morgen, so Schularick, lande viel Geld bei altmodischem Militärgerät. Er plädiert für mehr Innovation und schlägt einen zentralen Beschaffungskoordinator im Kanzleramt vor.
In einem neuen Versuch, Reservisten zu gewinnen, kontaktiert das Verteidigungsministerium jetzt verstärkt Männer, die ihren Wehrdienst bereits absolviert haben.
Bastian Ernst, Präsident des Reservistenverbands und CDU-Politiker, fordert vom Verteidigungsministerium eine echte Kurskorrektur: Reservisten und ehemalige Soldatinnen und Soldaten müssten gleichberechtigt rekrutiert und vernünftig betreut werden.
Klaus Naumann, einst Befehlshaber der Bundeswehr, vermutet, dass das aktuelle freiwillige Wehrdienstmodell von Verteidigungsminister Pistorius bald einer verpflichtenden Dienstzeit für alle weichen könnte.