Die aktuellen Chartplatzierungen, veröffentlicht am Freitag von der GfK, bringen diesmal eine alte Bekannte an die Spitze zurück: Taylor Swift. Ihr Song 'The Fate Of Ophelia' thront bereits zum neunten Mal auf Platz eins der Singles – was schon fast verdächtig routiniert wirkt, als hätte sie den Soundtrack des Frühsommers in den Genen. Bei den Alben führt sie auch: 'The Life Of A Showgirl' belegt zum zweiten Mal den Spitzenrang. Erstaunlich, wie präsent Swifts Backkatalog bleibt, denn sechs ihrer Alben zählen aktuell zu den 100 meistverkauften, so tauchten beispielsweise 'The Tortured Poets Department' auf Platz 4 und 'Lover' auf Rang 53 auf. Apropos Überraschung: Der Soundtrack zum Netflix-Animationsfilm 'KPop Demon Hunters' machte einen Sprung von Platz 11 auf die Zweitplatzierung in den Album-Charts – ein Beleg dafür, dass Film- und Serienmusik mittlerweile ein echter Machtfaktor im Musikgeschäft sind. Und bei den Singles? Da hat sich 'Golden' in echter Hitzemanier von Platz 41 auf zwei katapultiert. Rayes 'Where Is My Husband' sorgt für einen Hauch Drama und sichert sich Platz drei in den Singles. Bei den Alben freuen sich eingefleischte Rockklassik-Fans: Pink Floyd holen mit ihrem Dauerbrenner 'Wish You Were Here', satte 50 Jahre nach Release, den dritten Platz – wahrscheinlich ein Resultat nostalgischer Frühlingsgefühle oder einer cleveren Vinyl-Aktion, wer weiß das schon. Erwähnenswert: Neue Namen gibt es im Single-Tableau kaum. Lediglich DJ Ötzis 2013er-Hit 'Tirol' (dank TikTok wiederbelebt, Platz 35) sowie Leonys 'Don't Worry' auf 88 sind frisch dabei. Die offiziellen deutschen Charts repräsentieren laut GfK übrigens etwa 90 Prozent des hiesigen Gesamt-Musikmarkts. Kleiner Gedanke am Rande: Was wohl aus den übrigen 10 Prozent wird?
Taylor Swifts anhaltende Dominanz in den deutschen Charts unterstreicht ihren immensen Einfluss – nicht nur in Streamingdiensten, sondern auch beim klassischen Verkauf. Dass sogar ein 50 Jahre altes Album von Pink Floyd noch in den Top 3 landet, zeigt, wie genreübergreifend und zeitlos manche Musik bleibt. Aktuell ist auch ein deutlicher Trend zu beobachten: Durch Plattformen wie TikTok können ältere Songs wieder in die Charts eindringen und jüngere Generationen erreichen. In sozialen Medien wird zudem diskutiert, wie Diversität und Internationalität in der Musikwelt wachsen – insbesondere durch Soundtracks und internationale Hits, die auch in deutschen Charts eine größere Rolle spielen, wie etwa der Aufstieg koreanischer Popmusik. Betrachtet man die Entwicklung der letzten Wochen, scheint die Musiklandschaft wechselhafter und offener für Überraschungserfolge zu sein, was die Rollen von Streaming, Social Media und populären Serien/Filmen weiter stärkt.