Es gibt wenige Dinge, die die deutsche Modeindustrie so umtreiben wie neue politische Vorgaben – vor allem dann, wenn sie Kosten und Pflichten mitbringen, wie die jüngste Diskussion um ein neues Textilgesetz zeigt. Uwe Mazura, Geschäftsführer des Branchenverbands, ließ kürzlich in der 'Rheinischen Post' durchblicken, wie groß der Wunsch nach echter Mitbestimmung ist. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) will Fast-Fashion-Anbieter an den Kosten für Kleiderberge beteiligen, doch Mazura stellt klar: Pauschale Haftung für alle, das wäre schlichtweg ungerecht. Schließlich produzieren viele deutsche Marken eben keine Wegwerfmode, sondern setzen auf Qualität und Langlebigkeit. Er fordert, dass die Industrie mit am Tisch sitzt, wenn über Herstellerverantwortung entschieden wird – denn mit ihrem Know-how könnten die Unternehmen dazu beitragen, wirklich nachhaltige Kreisläufe zu schaffen. Das, so Mazura, sollte die Bundesregierung aktiv nutzen, statt dem mittelständischen Rückgrat der Branche ständig neue Hürden zu bauen oder weitere Kosten aufzubürden. Es klingt fast ein wenig nach unterschwelliger Warnung – denn ohne den Input der Praktiker drohe ein Gesetz zu entstehen, das weder fair noch effektiv ist. Und ganz ehrlich: Wer, wenn nicht die Betroffenen selbst, könnte die Auswirkungen neuer Regeln besser einschätzen?
Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie kritisiert pauschale Verantwortung für deutsche Hersteller im Rahmen eines neuen Textilgesetzes und fordert eine enge Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, insbesondere im Hinblick auf die geplante erweiterte Herstellerverantwortung für Entsorgungskosten von Fast-Fashion-Produkten. Der Verband betont, dass viele deutsche Unternehmen bereits nachhaltige und langlebige Produkte herstellen, und warnt davor, zusätzliche Belastungen oder Bürokratie einzuführen, die vor allem kleine und mittelständische Betriebe benachteiligen könnten. Laut aktuellen Medienberichten arbeiten mehrere europäische Länder an vergleichbaren Initiativen, um Umweltauswirkungen der Modebranche zu reduzieren, wobei häufig auf Recyclingquoten, Transparenz und Kreislaufwirtschaft gesetzt wird. In Deutschland stößt das Thema auf besonderes Interesse, da der textile Mittelstand als Innovationstreiber und Jobmotor gilt; etliche Unternehmen warnen jedoch vor zu engen oder einseitigen Regularien. Laut der Süddeutschen Zeitung sind konkrete Gesetzesentwürfe aber noch nicht veröffentlicht (Quelle: Süddeutsche Zeitung).