Unruhe in Berlin: Annäherung zwischen AfD und Trumps Kreisen schürt Misstrauen

Kurz vor dem Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz nehmen in der Hauptstadt die Befürchtungen zu, dass sich Teile der US-Republikaner und die AfD immer enger verflechten.

heute 04:03 Uhr | 3 mal gelesen

Metin Hakverdi, zuständig für die transatlantischen Beziehungen der Bundesregierung, findet deutliche Worte: Menschen von der AfD würden in den USA ein verzerrtes Bild von Deutschland zeichnen, sich mit dortigen EU-skeptischen Ansichten solidarisieren und oftmals seltsame Parallelen zur US-Politik ziehen. Dass er den direkten Draht zu Demokraten wie Republikanern, einschließlich Anhängern von Trumps MAGA-Lager, hält – das sieht er als notwendig an, um deutsche und europäische Sichtweisen zu erklären und, wenn es schief läuft, Vorurteile zu korrigieren. Interessant ist, wie viele Republikaner zwar insgeheim von eigener Unzufriedenheit berichten, das aber nie offen aussprechen würden. Die Opposition innerhalb der US-Republikaner sei zwar leise, aber doch spürbar – und für Hakverdi ein Gegengewicht zu Aktionen im Weißen Haus. Auch Adis Ahmetovic, der in der SPD-Fraktion Außenpolitik verantwortet, lässt das nicht kalt. Für ihn ist die gegenseitige Zuneigung zwischen Trump-Unterstützern und der AfD beunruhigend und gefährlich – nicht nur für Deutschland selbst, sondern für die EU insgesamt. Es gehe letztlich darum, politische Allianzen jenseits des Atlantiks neu zu denken und liberale Stimmen zu unterstützen, denn gegen eine wachsende MAGA-Front, so Ahmetovic, sei Widerstand das Gebot der Stunde. Klartext: Eine Annäherung zwischen AfD und Trumps Umfeld bedeutet für Berlin keine harmlose Show, sondern eine zum Teil recht konkrete Bedrohung.

In Berlin sorgt der zunehmende Austausch zwischen AfD-Vertretern und dem Umfeld von Donald Trump für Unruhe, vor allem angesichts der anstehenden Münchner Sicherheitskonferenz. Politiker wie Hakverdi und Ahmetovic betonen die Notwendigkeit, bestehende Kontakte zu Republikanern zwar zu pflegen, gleichzeitig aber den Einfluss der MAGA-Bewegung und die Zusammenarbeit mit der AfD kritisch zu sehen. Aktuelle Recherchen zeigen außerdem, dass die AfD bereits mehrfach auf Veranstaltungen in den USA präsent war, teils sogar als Redner geladen wurde; dies wird in deutschen Regierungs- und Diplomatenkreisen intensiv beobachtet und diskutiert, da befürchtet wird, dass gemeinsame Strategien zur Destabilisierung der EU verfolgt werden. Es gibt laut Medienberichten auch zunehmende Sorgen, dass durch den möglichen Wahlsieg Trumps im November 2024, antieuropäische Positionen, wie sie auch von der AfD vertreten werden, in den transatlantischen Beziehungen noch mehr Raum gewinnen könnten, was die Stabilität der EU und Deutschlands internationale Position erheblich beeinträchtigen könnte.

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