Vucic setzt auf EU-Annäherung – auch ohne volle Mitgliedschaft

Angesichts wachsender Unruhe im Verhältnis zu Russland bekräftigt Serbiens Präsident Aleksandar Vucic seinen Kurs Richtung Europäische Union – auch wenn dieser nicht direkt über das Ziel der vollständigen Mitgliedschaft führt.

09.03.26 00:03 Uhr | 24 mal gelesen

In den kommenden Tagen erwartet Vucic konkrete Empfehlungen seitens der EU und kündigt an, diese dem Parlament vorzulegen. Er betont: "Wir werden alles umsetzen, was die EU vorschlägt." Doch an einen schnellen vollwertigen Beitritt glaubt er nicht. Vielmehr stellt er sich einen schrittweisen Zugang vor – offen für politische und wirtschaftliche Integration, aber ohne sofortige Mitbestimmung durch Stimmrecht, Vetorecht oder eigene Kommissare: "Allein schon der Beitritt zum gemeinsamen Markt würde uns weiterbringen und wäre für Serbien schon ein riesiger Fortschritt." Interessant: Gerüchte rund um eine dritte Amtszeit schiebt Vucic energisch beiseite; ein Verfassungsbruch käme für ihn nach eigener Aussage nicht infrage.

Serbiens Präsident Vucic signalisiert eine neue Flexibilität gegenüber der EU und sucht nach Wegen, das Land näher an Europa heranzuführen, selbst wenn das nicht unmittelbar eine vollwertige Mitgliedschaft bedeutet. Sein Ansatz folgt dem Modell einer tiefgehenden, aber begrenzten Integration: Teilhabe am Binnenmarkt und an politischen Prozessen – jedoch ohne volles Mitspracherecht. Aktuelle serbische Medien und europäische Beobachter diskutieren, wie sich das Land im geopolitischen Spannungsfeld zwischen Russland, der EU und dem Balkan positioniert. Parallel wächst der Druck aus Brüssel, Fortschritte in Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu zeigen. Neuere Entwicklungen zeigen, dass insbesondere die Diskussion um Russlands Einfluss und die Zukunft der Kosovo-Frage eine zügige Annäherung an die EU erschweren.

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