Ganz ehrlich, manchmal frage ich mich, wie viele Wendungen so eine Fusion eigentlich haben kann. Warner Bros. Discovery hat jedenfalls mal wieder für klare Verhältnisse gesorgt. Das erneuerte Kaufangebot von Paramount? Abgewiesen – und das offenbar ohne große Diskussion: Der Vorstand hat sich einstimmig dagegen entschieden. Offenbar fehlte dem Deal einerseits der finanzielle Reiz, andererseits gab's wohl Bedenken wegen des hohen Anteils an Fremdkapital. Hinzu kommt, dass die Interessen der Anleger laut Samuel Di Piazza, dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Warner Bros. Discovery, nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Sicherheit sei das Stichwort – und genau die verspreche der bereits geschlossene Deal mit Netflix eher als das riskant gestrickte Angebot von Paramount. Da klingt mit, dass man auf Nummer sicher geht, auch wenn der Paramount-Deal vielleicht in anderer Konstellation spannend gewesen wäre. Übrigens, eins darf man nicht unterschätzen: Verträge in dieser Größenordnung – hier geht es um satte 82,7 Milliarden Dollar – sind schon eine Hausnummer. Dass Warner da nicht einfach drauf los springt, kann ich irgendwo nachvollziehen.
Warner Bros. Discovery bleibt beim Netflix-Deal und verweigert Paramount eine Übernahmechance, überzeugt davon, dass der Netflix-Vertrag risikoärmer und wertvoller für die Aktionäre ist. Bei aktuellen Branchenentwicklungen rücken große Medienfusionen und die damit verbundenen Unsicherheiten zunehmend in den Fokus, vor allem weil enorme Summen und Investorenschutz auf dem Spiel stehen. Ganz nebenbei: Das Rennen um die Vormachtstellung im Streaming-Markt bleibt damit weiter spannend, gerade auch, weil Konkurrenten wie Disney und Amazon nicht tatenlos zusehen – erst letzte Nacht meldete etwa die Süddeutsche, wie die Branche insgesamt gerade von „Ungeduld und Rivalität“ geprägt ist.