Es gibt Zahlen, die einen wirklich innehalten lassen. Nach neuen Auswertungen der Antidiskriminierungsstelle des Bundes – auf Basis des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) – sagen mehr als 13 Prozent der in Deutschland lebenden Erwachsenen, sie seien im letzten Jahr diskriminiert worden. Das sind, nüchtern gerechnet, neun Millionen Schicksale. Noch bedrückender wirkt eine weitere Erkenntnis: Besonders Menschen mit Einwanderungsgeschichte, Muslime, sowie alle, die von rassistischen Zuschreibungen betroffen sind, trifft es. Aber auch Frauen, nicht-binäre und trans Personen, Menschen mit Behinderungen oder chronischer Krankheit stehen im Fokus von Ausgrenzung und Benachteiligung. Was aus diesen Angriffen folgt? Schlechtere Gesundheit, psychischer Stress, weniger Vertrauen in Institutionen, geringere Lebensfreude – so beschreiben es die Betroffenen. Und das Vertrauen in die Möglichkeit, sich effektiv zu wehren, ist vielerorts erschreckend niedrig: Über die Hälfte glaubt laut der Befragung, ohnehin nichts gegen Diskriminierung tun zu können. Ein Teufelskreis. Besonders schwer wiegt: Diskriminierung greift auch dort, wo Gesetze oft wenig helfen – etwa auf der Straße, in Behörden oder beim Kontakt mit der Polizei. Gerade Menschen mit wenig Geld, ohne deutsche Staatsangehörigkeit, Pflegeverantwortung oder Kinder geraten hier unter die Räder. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman findet deutliche Worte und drängt auf ein entschlosseneres Vorgehen seitens des Staates: Das Versprechen nach Reform – etwa des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes – sei längst überfällig. Mehr Sichtbarkeit, konkrete Hilfen, echte Beratungsmöglichkeiten – statt leise resignieren zu müssen.
Die neusten Auswertungen belegen erneut, wie tief Diskriminierung in der deutschen Gesellschaft verwurzelt ist. Über 13 Prozent der Menschen wurden allein im letzten Jahr diskriminiert, besonders betroffen sind Menschen mit Migrationshintergrund, prekärer Einkommenssituation, Behinderungen und jene, die sich jenseits des binären Geschlechterspektrums verorten. Die Studie der Antidiskriminierungsstelle deckt nicht nur das erschütternde Ausmaß dieser Erfahrungen auf, sondern hebt auch die spürbaren Negativfolgen für die seelische und körperliche Gesundheit sowie das gesellschaftliche Vertrauen hervor. Aktuelle Analysen weisen zudem darauf hin, dass Betroffene überwiegend keinen Sinn in Gegenwehr sehen – was auf massive Lücken im Schutz rechtlicher Rahmenbedingungen deutet. Besonders erschreckend erscheint, dass Diskriminierung in Feldern wie Wohnungsmarkt, Arbeit, öffentlicher Raum und Behördenkontakt an der Tagesordnung ist. Politische Stimmen, wie die der Antidiskriminierungsbeauftragten Ataman, fordern deswegen nicht nur eine zügige Reform des AGG, sondern auch gezielte Beratungsangebote und mehr Aufklärung, damit Diskriminierung nicht länger als unabwendbares Schicksal hingenommen werden muss.