Wenn Wissen ins Rauschen kippt: Was, wenn das Internet uns die Wahrheit stiehlt?

Mainz – Künstliche Intelligenz, Bots und Algorithmen bringen einen Sturm an Inhalten hervor, der die digitale Welt überflutet. Unser Netz quillt über mit Texten, Bildern und „Fakten“, die so echt wirken, dass wir oft kaum mehr unterscheiden können: Was stimmt, was ist Blendwerk? Die 'Dead Internet Theory' warnt: Wenn Fiktion die Informationsqualität durch Masse und Automation zersetzt, könnten wir am Ende nicht nur den Überblick verlieren, sondern jegliches Vertrauen in Wissen. Genau das diskutiert Stephanie Rohde in ihrem 'NANO Talk' im Rahmen der phil.Cologne am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, ab 21 Uhr auf 3sat und später in der Mediathek.

heute 13:23 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist beinahe schon eine Ironie des Fortschritts: Je weiter Technologie voranschreitet, desto schwerer wird es, sichere Informationen herauszufiltern. Inzwischen erschaffen Maschinen massenhaft Content – Neutralität und Korrektheit geraten dabei ins Hintertreffen, weil oft Quantität und Attraktivität den Ausschlag geben. Und wir? Klicken, scrollen, liken – prüfen kaum noch direkt nach. Die Wucht der sichtbaren, algorithmisch verstärkten Inhalte ersetzt langsam, fast unmerklich, die direkte Überprüfung von Wahrheit. Woher nehmen wir noch Orientierung, wenn der Strom an gefakten und verfremdeten Inhalten anschwillt? Stephanie Rohde nimmt sich im NANO Talk dieser Fragen an. Mit an Bord: Martin Andree (Universität zu Köln) und Anna-Verena Nosthoff (Universität Oldenburg), deren Blick zwischen Ethik und Medienwissenschaft pendelt – und die gemeinsam ergründen wollen, wie Demokratie, Öffentlichkeit und unser tägliches Urteilsvermögen im digitalen Nebel neu ausgehandelt werden müssen.

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http://ots.de/5fedc7

Immer mehr Stimmen schlagen Alarm: Künstliche Intelligenz und Automatisierung verwandeln das Internet zunehmend in einen Dschungel aus schwer überprüfbaren Informationen. Gerade im Kontext der 'Dead Internet Theory' fürchten Experten, dass Fake News, sogenannte Deepfakes und gezielte Manipulation die Verlässlichkeit von Wissen komplett erodieren könnten. Neueste Studien zeigen, dass dadurch das gesellschaftliche Vertrauen in Medien und Institutionen bereits jetzt spürbar leidet, und auch politischer Diskurs könnte sich unter solchen Bedingungen radikal verändern – mit möglichen Folgen für Meinungsfreiheit und Demokratie. Zugleich wird weltweit an digitalen Werkzeugen zur Verifikation gearbeitet, die die Chancen erhöhen, Wahrheit und Manipulation künftig besser zu unterscheiden. Die Diskussionen rund um diesen 'Kollaps des Wissens' werden von Forschenden und Medienschaffenden gleichermaßen kritisch, aber auch zuversichtlich geführt, dass neue Medienkompetenz und Regulierung nicht nur notwendig, sondern auch möglich sind.

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