Wenn man Andreas Mundt zuhört, könnte man meinen, der Wind pfeift gerade besonders scharf durch die Gassen der europäischen Digitalwirtschaft. Der Chef des Kartellamts spricht offen davon, wie sehr Tech-Giganten wie Google oder Meta mittlerweile nicht nur über unerschöpfliche Datenvorräte gebieten, sondern sich auch bei Cloud-Infrastrukturen und Investitionen behaupten. Gerade bei zentralen Technologien wie den Basismodellen Künstlicher Intelligenz, etwa den Systemen, die hinter ChatGPT stecken, sei ein echter Konkurrenzkampf ohnehin nur noch selten auszumachen. Mundt findet klare Worte: Das Problem liege weniger in kleinen Details als vielmehr in dem, was die Tech-Branche insgesamt am stärksten macht – Zugang zu Kapital, Daten und Rechenpower.
Was aber tun? Ein entscheidender Punkt, so Mundt, wäre, in Europa endlich die finanziellen Rahmen zu schaffen, damit Start-ups und kleinere Unternehmen nicht am langen Hebel der Großen verhungern. Die Idee einer echten Kapitalmarktunion steht dabei im Raum – was irgendwie immer nach Brüssel klingt, aber bislang eher ein frommer Wunsch als Realität ist. Mundt geht noch weiter: Er warnt davor, dass gut gemeinte Regulierung wie der AI Act zwar Risiken eindämmen kann, aber eben auch die Marktmacht der Bekannten noch weiter verhärtet. Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) sei hierfür ein mahnendes Beispiel: Viel Arbeit, besonders für die Kleinen.
Mir persönlich kommt gelegentlich der Gedanke, ob das ständige Ringen um Regulierung nicht irgendwann die für Innovation so nötigen Freiräume killt. Andererseits – wenn die Daten, das Kapital und die Cloud angeblich auf wenigen Schultern lasten, dann braucht es vielleicht wirklich einen neuen Anlauf. Vielleicht birgt die Skepsis selbst den Anfang für echte Veränderungen.
Kartellamtpräsident Mundt hat in ungewöhnlicher Deutlichkeit auf strukturelle Wettbewerbsprobleme im Bereich Künstliche Intelligenz hingewiesen, insbesondere weil Tech-Riesen wie Google und Meta wesentliche technische Grundlagen kontrollieren. Er weist darauf hin, dass große Anbieter Vorteile durch Zugang zu Daten, Clouds und Kapital haben, während kleine Firmen insbesondere unter den Hürden von Regulierung, etwa der DSGVO, leiden – und der AI Act sogar bestehende Machtverhältnisse zementieren könnte. Die Diskussion um eine EU-weite Kapitalmarktunion ist laut Mundt zentral, da nur bessere Finanzierungsbedingungen europäischen Start-ups eine Chance im globalen Wettbewerb verschaffen können.
Nach Recherche aktueller Medien: Große Teile der öffentlichen Diskussion um KI drehen sich tatsächlich um Marktdominanz – Deutsche Medien berichten über die Furcht Europas, in den nächsten Jahren technologisch den Anschluss zu verlieren. Die Sorge, dass bestehende Tech-Giganten ihre Macht durch neue Gesetze eher festigen als verlieren, ist Gegenstand politischer Debatten: Dabei wird auch betont, wie schwierig die Umsetzung von Innovation und Regulierung in Einklang zu bringen ist. Brisant: Einige Stimmen warnen davor, dass zu enge Regeln besonders kleinere Anbieter abschrecken und so der technologische Rückstand Europas verschärft werden könnte. Zusammengenommen steht die EU vor einer doppelten Herausforderung: Sie muss Innovation ermöglichen, aber Monopolbildung verhindern.