Wirtschaftliche Wende lässt auf sich warten – Regierung bleibt skeptisch

Laut aktueller Einschätzung verweist die Bundesregierung auf das fehlende Signal einer Konjunkturerholung im dritten Quartal – die Lage bleibt angespannt.

14.10.25 10:45 Uhr | 171 mal gelesen

Die Sache mit dem Aufschwung in Deutschland – sie macht sich rar. Im gerade veröffentlichten Monatsbericht betont das Wirtschaftsministerium, dass vor allem widrige globale Handelsverhältnisse der deutschen Exportbranche weiterhin zu schaffen machen. Gerade der Handel mit den USA – nach dem kurzen Aufbäumen wegen der angedrohten Zollerhöhungen zu Jahresbeginn – schwächelt mittlerweile wieder. Die internationale Nachfrage, früher so etwas wie das Rückgrat der deutschen Industrie, ist in den letzten Monaten regelrecht eingebrochen. Verantwortlich sind vor allem die höheren US-Zölle und das weltweite Stocken des Handels. Besonders die Exportwirtschaft, die ja traditionell einen ziemlichen Anteil an der deutschen Wirtschaft hat, bekommt die Auswirkungen zu spüren. Im Produktionssektor glich der Verlauf der vergangenen Monate ein wenig einem stotternden Motor. Der starke Rücksetzer bei der Industrieproduktion im August, so merkt das Ministerium an, lässt sich allerdings nicht ausschließlich mit Marktlage erklären – wahrscheinlich spielten auch verspätete Werksferien und Umstellungen bei Autobauern eine Rolle. Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Der für September gemessene Anstieg des Lkw-Maut-Index, der häufig als Frühindikator für die Industrieproduktion gilt. Trotz allem bleibt die Bundesregierung zurückhaltend. Die aktuellen Konjunkturdaten sprechen eher für ein schwaches drittes Quartal – das zumindest passt ins Bild der Herbstprojektion. Man setzt darauf, dass die Wirtschafts- und Finanzmaßnahmen erst mit zeitlicher Verzögerung greifen werden. Ob das wirklich reicht? Hier bleibt ein Fragezeichen zu setzen.

Im Kern gibt der frisch veröffentlichte Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums wenig Anlass zu Optimismus: Die deutsche Wirtschaft kommt nicht in Fahrt, das gilt vor allem für die Industrieexporte, die durch einen Rückgang der Auslandsnachfrage und erschwerte globale Bedingungen leiden. Der jüngste Einbruch der Industrieproduktion erklärt sich teilweise durch saisonale Effekte und Produktionsanpassungen – doch grundsätzlich herrscht Schwäche, vor allem, weil die Impulse durch den Konsum im Inland ebenfalls begrenzt sind. Die Regierung bleibt zurückhaltend und setzt jetzt auf die Wirkung der seit Sommer beschlossenen wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen, auch wenn bislang keine greifbare Trendwende sichtbar wird. Neue Details aus aktuellen Medienrecherchen (Stand: 48 Stunden): Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte laut Experten der Bundesbank auch im gesamten Jahr 2024 stagnieren, die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt und die Inflation macht Konsumenten weiterhin zu schaffen. Viele Wirtschaftswissenschaftler warnen inzwischen, dass die konjunkturelle Schwäche strukturelle Gründe wie den demografischen Wandel und eine schleppende Digitalisierung hat, statt nur auf temporäre Sondereinflüsse zurückzuführen zu sein. Mehrere Artikel betonen zudem die Debatte um potenzielle Investitionen in Zukunftstechnologien und bessere Standortbedingungen, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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