Manchmal sind es die kleinen Abwesenheiten, die im politischen Berlin für Gerüchte sorgen. Laut Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland wird Katherina Reiche beim aktuellen Tag der offenen Tür nicht persönlich in Erscheinung treten. Ihre Sprecherin begründet: "Terminliche Gründe – mehr ist dazu nicht zu sagen." Auffallend, denn nach Prüfung der Programme aller Ministerien bleibt sie die Einzige im Kabinett von Kanzler Merz, die das einstige Ritual auslässt. Verteidigungsminister Pistorius (SPD) hat parallel einen eigenen – zugegebenermaßen wichtigen – Programmpunkt: Veteranentag samt Bürgerfest rund um den Reichstag. Reiches Ressort betont derweil, auch ohne Chefin stehe das Ministerium mit Fachleuten und gleich drei parlamentarischen Staatssekretären für Bürgerfragen bereit. Welche konkreten Verpflichtungen Reiche vor Ort halten, bleibt ein ungelüftetes Geheimnis – so wie es manchmal eben ist in der Politik, wenn das Detail zwischen den Zeilen verschwindet. An den beiden Tagen präsentieren sich die Spitzen-Staatssekretäre auf der Bühne: samstags spricht Stefan Rouenhoff beim Talk "Anstoß Deutschland", sonntags folgt Gitta Connemann mit "Dein Weg zum Erfolg" – fast wie ein Staffellauf quer durch das Ministerium.
Der diesjährige Tag der offenen Tür der Bundesregierung verläuft ohne Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, was einige Verwunderung hervorruft – insbesondere, da sie das einzige Kabinettsmitglied ist, das weder anwesend ist noch einen konkreten Grund für die Abwesenheit nennt. Offiziell heißt es aus ihrem Umfeld, es liege an einem anderen, nicht näher benannten Termin; dennoch steht das Ministerium den Bürgern mit einem umfangreichen Team aus Staatssekretärinnen, Fachleuten und parlamentarischen Vertretern zur Verfügung. In aktuellen Medien wird das Fehlen Reiches als mögliches Zeichen für interne Terminprioritäten oder auch Spannungen diskutiert, während sich andere Ressorts – etwa durch Veranstaltungen wie den Veteranentag – explizit sichtbar zeigen. Bei meiner Recherche stieß ich auf Diskussionen um den öffentlichen Dialog zwischen Regierung und Bürger:innen; auch das Interesse an neuen Wirtschaftsinitiativen war in den letzten Tagen Thema. Die Resonanz auf solche Tage so offener Türen bleibt jedoch durchwachsen: Während einige Gäste den persönlichen Kontakt mit Politiker:innen schätzen, sorgte gerade Reiches Abwesenheit für zusätzliche Nachfragen und kritische Kommentare.