Wohnungsboom in Niedersachsen: Preisanstieg besonders bei Eigentumswohnungen spürbar

Münster/Hannover – Der Immobilienmarkt in Niedersachsen zeigt auch 2026 keine Anzeichen der Entspannung. Besonders stark ziehen die Preise für Eigentumswohnungen an, mit satten fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Während Eigenheime und Reihenhäuser etwas weniger stark teurer wurden, bleibt Wohneigentum vielerorts weiter höchst kostspielig. Die neuesten Zahlen stammen aus einer Analyse der LBS NordWest und des Instituts empirica.

heute 12:28 Uhr | 3 mal gelesen

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wer in Niedersachsen auf eigene vier Wände hofft, muss erneut tiefer in die Tasche greifen. Frank Demmer, Chef der LBS NordWest, erinnert daran, wie wichtig es sei, Wohneigentum als Altersvorsorge für viele Menschen weiterhin zugänglich zu halten – insbesondere angesichts des aktuellen Preisanstiegs. Daher begrüße er das neue Altersvorsorgereformgesetz, das die Eigentumsförderung verbessere. Und doch: Die preisliche Lage bleibt regional extrem unterschiedlich. In Hannover etwa liegt der Durchschnittspreis für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser bei stolzen 600.000 Euro, wobei die Angebotspreise um sieben Prozent zurückgingen – kurios, oder? Trotzdem müssen Käufer oft ihr gesamtes Einkommen von über einem Jahrzehnt investieren. Ganz anders das Bild in Wilhelmshaven: Hier genügen rund 333.000 Euro, was nur etwa 7,5 Jahresnettoeinkommen entspricht. Auf Landkreisebene führt weiterhin die Region Hannover bei den teuersten Eigenheimen, gefolgt vom Landkreis Harburg. Dagegen gibt’s im Landkreis Goslar mit median 220.000 Euro noch halbwegs erschwingliche Häuser, sogar zehn Prozent billiger als 2025. Und wie sieht’s mit Reihenhäusern aus? Auch bei diesen verdichteten Bauformen herrscht Preisdynamik. In Hannover kosten sie um 449.000 Euro, während Salzgitter mit 220.000 Euro der Preisbrecher ist. Erwähnenswert: Im günstigen Landkreis Northeim reicht ein mittlerer Preis von 153.000 Euro – besser als eine langwierige Mietbelastung. Eigentumswohnungen teilen einen ähnlichen Trend. Besonders in Hannover dominiert der höchste Angebotspreis (239.000 Euro), wenngleich deutlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. In Oldenburg und Braunschweig zahlt man rund 200.000 Euro, Salzgitter hingegen bleibt auch hier das „Schnäppchenparadies“. Wirklich günstig ist es im Kreis Lüchow-Dannenberg: Zwei Jahresnettoeinkommen genügen und die Wohnung gehört einem. Diese preislichen Unterschiede, ermittelt von empirica aus lokalen Medien- und Onlineangeboten, machen die Wahl des Wohnorts mehr denn je zu einer strategischen Überlegung.

Die Immobilienpreise in Niedersachsen zeigen 2026 weiterhin eine klare Aufwärtstendenz, vor allem bei Eigentumswohnungen. Insbesondere Großstädte und deren Umland erleben teils gegenläufige Entwicklungen: In Hannover sanken die Hauspreise, bei Wohnungen stiegen sie jedoch weiter, teils befeuert durch demografischen Wandel, Nachfrage aus Ballungsgebieten und gestiegene Baukosten. Ländliche Landkreise wie Goslar oder Lüchow-Dannenberg bieten zwar noch vergleichsweise günstige Optionen, aber auch dort ist die Nachfrage hoch und das Angebot bleibt knapp. Zudem setzt sich der Trend fort, dass Immobilienerwerb stark von der regionalen Einkommensstruktur abhängt – in vielen Orten müssen Käufer über ein Jahrzehntsnettoeinkommen aufbringen. Aktuelle Recherchen aus verschiedenen Medien bestätigen, dass die Diskrepanz zwischen Stadt und Land in Niedersachsen weiter wächst und sich die Immobilienmärkte sehr unterschiedlich entwickeln. Gleichzeitig wurde das Altersvorsorgereformgesetz verabschiedet, das insbesondere Fördermöglichkeiten für Wohneigentum ausweitet und so Familien und Einzelpersonen in einer angespannten Marktlage unterstützen soll.

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