ZDF entzieht New-York-Korrespondentin nach Nutzung von manipulierten Videos das Vertrauen

Wegen gefälschter Videoausschnitte in einem Fernsehbeitrag zieht das ZDF heftige Konsequenzen und entbindet die zuständige US-Korrespondentin von ihren Aufgaben.

heute 11:36 Uhr | 3 mal gelesen

Eigentlich denkt man ja: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wägt jedes Bild, jedes Wort auf der Goldwaage. Aber manchmal ist selbst diese Waage nicht geeicht – oder sie steht schief. Das ZDF jedenfalls hat Konsequenzen gezogen und seine Korrespondentin Nicola Albrecht in New York von ihren Aufgaben entbunden. Vorausgegangen war eine Überprüfung, nachdem Berichte im 'Heute-Journal' und im 'Mittagsmagazin' offenbar Material verwendeten, das so nie hätte laufen dürfen: Eine Szene entstammt völlig anderem Zusammenhang, eine weitere war sogar mithilfe künstlicher Intelligenz gebaut. Das fatale daran? In keiner der Fassungen wurde gekennzeichnet, dass es sich um KI-Content handelte, geschweige denn wurde der Ursprung überprüft. Dem Sender zufolge hätten hier mehrere Kontrollinstanzen versagen müssen. Chefredakteurin Bettina Schausten setzte noch eins drauf: Der Vorfall schädige das wichtigste Gut einer Nachrichtensendung, nämlich ihre Glaubwürdigkeit. Nun wird im Sender in Mainz fieberhaft an neuen Maßnahmen gebastelt, damit so etwas nach Möglichkeit nie wieder passiert. Doch wie sicher kann man das überhaupt wissen, in einer Zeit, in der Wirklichkeit und Fälschung manchmal nur einen Mausklick voneinander entfernt sind? Zweifel bleiben…

Das ZDF hat nach intensiver Prüfung seine New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht mit sofortiger Wirkung abberufen, nachdem in einem Beitrag für das 'Heute-Journal' mehrere verfälschte Videoausschnitte verwendet wurden – darunter auch KI-erzeugtes Material, das nicht als solches gekennzeichnet war. Die Leitung des Senders betont die Tragweite des Verstoßes: Die journalistische Sorgfalt und der Ruf der Redaktion stünden auf dem Spiel. Die Episode reiht sich in eine aktuelle Debatte ein, wie Medienhäuser – zumal in Zeiten von Deepfakes und KI-Fakes – ihre journalistische Integrität wahren können. Nach einer kurzen Recherche zeigt sich: Auch andere Medienunternehmen in Deutschland reagieren zunehmend nervös auf die schnelle Verbreitung von KI-generierten Inhalten und verstärken ihre Prüfmechanismen. Die ARD etwa kündigte jüngst an, ihre internen Schulungen zum Umgang mit Social-Media-Videos und KI-Inhalten zu intensivieren, und die Deutsche Welle wies ihre Redaktionen an, KI-Material stets eindeutig zu kennzeichnen. Experten aus Medienethik und Medienrecht warnen, dass sich diese Vorfälle in der Zukunft häufen könnten, solange technische Möglichkeiten und Prüfressourcen in einem so ungleichen Wettlauf stehen.

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