"Die Verlängerung der Mietpreisbremse auf vier Jahre ist zwar ein Schritt, aber längst nicht genug", stellte Hubertz im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe klar. Ihr zufolge reichen diese Maßnahmen im Kampf gegen explodierende Mieten nicht aus – konsequent müsse auch der Mietwucher stärker angegangen werden. Besonders in Deutschlands großen Städten häufen sich Fälle, in denen Wohnungen durch die Möblierung willkürlich verteuert werden: "Wenn jemand einfach ein altes Sofa in die Ecke stellt und plötzlich 35 statt acht Euro pro Quadratmeter verlangt, ist das kein legitimer Zuschlag mehr", so Hubertz. Sie fordert klarere Mietverträge, in denen deutlich zwischen Kaltmiete und Möblierungszuschlägen unterschieden wird – und sieht darin eine notwendige Transparenz, bevor weitere Regeln entwickelt werden können.
Auch Indexmieten geraten zunehmend in die Kritik: Weil sie automatisch an die Inflation gekoppelt sind, können sie für Mieter schnell unkalkulierbare Kosten verursachen. Hubertz erwartet dazu Vorschläge von einer vom Bundesjustizministerium eingesetzten Expertenrunde. Gleichzeitig will sie beim Bau von Wohnraum ansetzen: Die Vielzahl der staatlichen Zuschussprogramme für Neubau und Sanierung verwirre viele Menschen, gestand die Ministerin. Ihr Ziel: Ein klareres und leichter zugängliches Angebot – mit jeweils nur einem Förderprogramm für Neubauten und eines für Sanierungen. Familien sollen dabei besonders berücksichtigt werden. Beim Thema Baukindergeld denkt die Ministerin offen über Zuschüsse nach, nicht mehr nur über zinsgünstige Kredite – alle Optionen seien auf dem Tisch.
Positive Entwicklungen gibt es aus ihrer Sicht beim Förderprogramm "Jung kauft Alt", das nach aktuellen Anpassungen einen deutlichen Zuspruch erfährt. Kritische Stimmen zu starren Einkommensgrenzen im Programm nimmt Hubertz ernst und hält weitere Änderungen für möglich, räumt aber rechtliche Grenzen etwa bei regional angepassten Schwellen ein. Die neue EH-55-Förderung für energieeffizientes Bauen wird laut Ministerin auf absehbare Zeit begrenzt bleiben – gesetzliche Vorgaben machen eine dauerhafte Förderung nicht möglich.
Verena Hubertz, seit kurzem Bundesbauministerin, legt den Finger auf mehrere Mietprobleme in deutschen Städten: Indexmieten, die durch die Inflation rasant steigen; möblierte Wohnungen, deren Preise oft unverhältnismäßig aufgeblasen werden; und der grassierende Mietwucher. Sie hält die bloße Verlängerung der Mietpreisbremse für zu wenig und will neue Regelungen für mehr Fairness und Transparenz anstoßen – mit besseren Kontrollen und einer Vereinfachung der Vielzahl an existierenden Förderprogrammen. In aktuellen Medienberichten wird daneben kritisch diskutiert, dass trotz staatlicher Unterstützung der soziale Wohnungsbau stockt und viele Haushalte weiterhin keine bezahlbare Wohnung finden (bspw. auf Zeit.de und Süddeutsche.de), was zeigt: Zwischen politischen Ankündigungen und entspannter Realität für Mieter liegt noch ein weiter Weg.