Bertrandt startet verhalten, kann aber Profitabilität spürbar steigern – Bericht zum 1. Quartal 2025/26

Ehningen – Das Geschäftsjahr 2025/26 beginnt für Bertrandt mit gemischten Vorzeichen: Die gesamte Leistung ist leicht rückläufig, die operative Marge hingegen legt zu. Das Ergebnisbeitrag aus dem Programm 'Fit for Future' schlägt – neben weiteren Sparmaßnahmen – voll durch.

heute 09:55 Uhr | 1 mal gelesen

Ein Blick auf den Jahresauftakt von Bertrandt offenbart: Die Autobranche ringt weiterhin mit Unsicherheiten, auch wenn die Stimmung besser wird. So traf das Unternehmen zum Quartalsschluss auf einen anziehenden Auftragseingang, während zu Beginn die Auslastung noch unter dem Mangel an verbindlichen Kundenentscheidungen litt – fast, als würde jemand auf der Bremse stehen und doch langsam Gas geben wollen. Ermutigend ist jedoch, dass die Nachfrage nach Entwicklungsleistungen durch die anhaltende Modelloffensive und wachsendes Technologieinteresse bei Autoherstellern zunimmt. Laut Vorstand Markus Ruf sorgt die beständige Höhe der F&E-Budgets weiterhin für gute Marktchancen. Im Detail: Die Gesamtleistung war mit 234 Mio. Euro hinter dem Vorjahreswert zurück – trotzdem schnellte das EBIT in den positiven Bereich, auf 238.000 Euro. Das liegt laut Konzern wesentlich an hektisch gezogenen Sparmaßnahmen und dem konzernweiten Effizienzprogramm. Der Personalabbau (Ende Dezember noch 11.932 Mitarbeitende, Vorjahr: 13.605) wirkt sich hierbei ebenfalls deutlich aus – manchmal bleibt eben wenig Anderes übrig. Der Vorstand hält an seiner bisherigen Jahresprognose fest: Bei schrittweiser Zunahme der Auslastung sollen die Leistung moderat und das EBIT spürbar steigen. Ob es am Ende wirklich so kommt? Solche Prognosen klingen oft optimistischer, als es später wirkt.

Zusammengefasst steht Bertrandt zum Start des neuen Geschäftsjahres vor einer eigenwilligen Situation: Der Markt ist holprig, die Aufträge ziehen aber mittlerweile an. Um wieder richtig profitable Bahnen zu finden, setzt das Unternehmen auf Sparsamkeit und Effizienz und nimmt dafür auch den Abbau von Mitarbeitenden in Kauf. Die Trendwende des EBIT deutet, vielleicht hauchzart, auf mehr Stabilität hin, doch ohne Unsicherheiten – vor allem angesichts der weiter unsicheren Auftragslage – bleibt das alles nicht. Aktuelle Branchenberichte zeigen zudem, dass der deutsche Automobilsektor weiter unter Druck steht. Die Süddeutsche Zeitung berichtet beispielsweise von anhaltenden Absatzproblemen und politischen Unsicherheiten, die zu vorsichtigen Investitionen führen und die Entwicklung in der Branche bremsen. Auch laut FAZ liegt der Fokus vieler Unternehmen aktuell stark auf restriktiven Sparmaßnahmen und der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, um die Transformation zu Elektromobilität stemmen zu können. Offen ist weiterhin, wie stark die geplanten Investitionen tatsächlich umgesetzt werden und ob diese ausreichen, um die Konkurrenzfähigkeit auf dem globalen Markt zu halten.

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