Wer heute auf einem Online-Marktplatz einkauft, weiß manchmal tatsächlich nicht, worauf er sich einlässt. Temu – ein Name, der vor allem für günstige Preise steht – reagiert auf diese Unsicherheit jetzt mit einem ungewöhnlichen Schritt: Ab sofort kooperieren sie mit DEKRA, der traditionsreichen Prüforganisation. DEKRA übernimmt unabhängige Tests an ausgewählten Produkten – insbesondere bei Elektronik fürs Auto, Haushalt und anderen Technikspielereien. Das Ganze lässt sich für Händler bequem abwickeln: Sie können die Prüfungen nun direkt über das Temu-Verkäuferportal in Auftrag geben.
Besonders streng soll‘s bei Spielzeug und Hochspannungs- sowie Heizgeräten zugehen: Ohne geprüften Nachweis dürfen diese Produkte erst gar nicht auf die Plattform. Damit will Temu Vertrauen schaffen – und das ist auch dringend nötig, angesichts der Millionen unterschiedlicher Angebote. Fast schon nebenbei: Temu steckt Unsummen in Compliance und Qualitätssicherung, laut eigenen Angaben über 100 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 – und nächstes Jahr noch mal das Doppelte.
Das Puzzle ist größer: Über 20 namhafte Prüfstellen arbeiten inzwischen mit Temu zusammen, DEKRA ist nur eine von vielen. Ein bisschen Eigenwerbung sei gestattet: Temu betont, hochwertige Produkte erschwinglich weltweit anbieten zu wollen. Ein Anspruch, aber auch ein Spagat.
Die DEKRA wiederum – gegründet 1925, mittlerweile mit fast 50.000 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten – gibt sich gerne als Wächterin der Sicherheit und Nachhaltigkeit. Mit Platin bei EcoVadis zieht man auch eine grüne Karte. Über 4 Milliarden Euro Jahresumsatz und ein klarer Fokus: Prüfung, Inspektion, Zertifizierung. Klingt nach großer Verantwortung – aber wie viel davon letztlich bei uns Konsumenten ankommt? Manchmal bleibt ein mulmiges Gefühl.
Temu und DEKRA treiben gemeinsam die Produktkontrolle auf ein neues Niveau: DEKRA übernimmt unabhängige Prüfungen für kritische Produktgruppen auf Temu – ein Schritt, der besonders bei Sicherheits-relevanten Waren wie Spielzeug oder Hochvolt-Geräten notwendig erscheint. Händler können diese Prüfungen nun unkomplizierter direkt über die Plattform abwickeln, was laut Temu Teil einer umfangreichen Investitionsoffensive in Sachen Sicherheit ist. Temu kooperiert inzwischen mit zahlreichen internationalen Prüfstellen, um angesichts der immer wieder laut werdenden Kritik an Billigplattformen und deren Produktsicherheit das Verbrauchervertrauen zu stärken.
Neuere Entwicklungen: Laut taz.de sind Plattformen wie Temu besonders in der Kritik, da mit den günstigen Preisen auch viele minderwertige, teils sogar unsichere Produkte in den Umlauf kommen – die freiwillige Zusammenarbeit mit DEKRA wird da von Verbraucherschützern zwar gelobt, aber als längst überfällig bewertet. Die Süddeutsche Zeitung berichtet zudem, wie die europäische Kommission auf die wachsende Dominanz asiatischer Billigplattformen mit neuen Regulierungsplänen reagiert; Temus jüngste Security-Offensive wird als Versuch gesehen, proaktiver mit Politik und Öffentlichkeit zu kommunizieren. Spiegel.de hebt schließlich hervor, dass die Einbindung unabhängiger Prüfgesellschaften wie DEKRA tatsächlich einen messbaren Rückgang an gefährlichen Produkten auf Marktplätzen wie Temu und Shein bringen könnte, allerdings warnen Experten auch vor möglichen Schlupflöchern und dem Druck, Prüfberichte allzu schnell „durchzuwinken“.