Die Debatte um eine mögliche Freigabe harter Drogen kocht aktuell erneut hoch. Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck spricht sich vehement gegen eine kontrollierte Abgabe aus und warnt vor unüberschaubaren gesellschaftlichen Folgen. Er betont, dass Prävention Vorrang haben müsse – und fürchtet, dass ein erneuter Kontrollverlust langfristig viel Schaden anrichten könnte. Wissenschaftliche Netzwerke wie der Schildower Kreis hingegen pochen auf eine Neuausrichtung der Drogenpolitik unter Berufung auf neue Studien und Erfahrungen aus anderen Ländern. Aktuell ist zu beobachten, dass beispielsweise in der Schweiz, in verschiedenen kanadischen Städten und in Teilen der USA bereits experimentell mit kontrollierten Drogenabgaben – vor allem im Bereich Opioide – gearbeitet wird. Die Erfahrungen damit sind durchaus gemischt, auch wenn es teilweise zu sinkenden Todeszahlen führte. In der deutschen Politik herrscht weiterhin uneinheitliche Haltung: Während Grüne und einige SPD-Politiker mehr Spielraum für alternative Ansätze fordern, bleibt der konservative Flügel skeptisch und warnt vor Dominoeffekten und einer Zunahme der Suchtproblematik. In vielen Medienbeiträgen aus den letzten Tagen werden zudem gesellschaftliche, medizinische und rechtliche Aspekte von Präventionsprogrammen, Drogenkonsumräumen und der Legalisierung sogenannter weicher Drogen wie Cannabis diskutiert.
08.01.26 13:33 Uhr