Andreas Dressel, Finanzsenator in Hamburg, fordert einen klaren Kurswechsel in der deutschen Sozialpolitik, da die stetig wachsenden Sozialausgaben die Budgets der Städte und Gemeinden überfordern. Er sieht die Gründe sowohl in einer alternden Bevölkerung und höheren Integrationskosten als auch in einem unübersichtlichen Geflecht sozialer Leistungen, das kaum mehr zu steuern sei. Dressel schließt dabei auch Eigenkritik nicht aus und ruft seine Partei, die SPD, zu tapferen Entscheidungen auf – mit der Mahnung, dass der aktuelle Weg finanzpolitisch langfristig nicht tragfähig sei. Darüber hinaus verwies Dressel auf verlorene Steuereinnahmen infolge bundespolitischer Steuerregelungen der letzten Jahre, die laut seiner Einschätzung ihre Wirkung verfehlt und das Problem noch verschärft hätten. In aktuellen Berichten ist deutschlandweit eine Debatte darüber entbrannt, wie Bund und Länder auf die strukturellen Finanzprobleme der Kommunen antworten sollten. Erst kürzlich thematisierten mehrere Medien die Überforderung vieler Städte mit immer neuen Sozialleistungen und deren Auswirkungen auf kommunale Investitionen, wie etwa in Bildung oder Infrastruktur. Die Vorschläge reichen von einer grundlegenden Verwaltungsreform bis hin zur Überprüfung einzelner sozialpolitischer Programme.