Bundesweite Ausstände im Nahverkehr blockieren am Montag vielerorts die Wege zur Arbeit, zur Schule, zu Freunden. Die Regierung hält sich bewusst aus Sichtweite der Streikfront und verweist auf die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie, bei der Staatseinmischung ein No-Go ist. Während Kanzler Merz insgesamt auf mehr Arbeitsleistung drängt, fordert Verdi für die Beschäftigten kürzere Arbeitszeiten – ein Tauziehen um Lebenszeit, das viel weiter reicht als die Diskussion um den ÖPNV: Angespannte Tarifverhandlungen in mehreren Branchen, die Inflation sowie Konflikte um den deutschen Wettbewerbsstandort wirken hier unübersehbar mit. Die bundesweite Streikwelle ist auch Ausdruck des wachsenden Unmuts über Arbeitsbedingungen, steigende Lebenshaltungskosten und die Frage, wie Staat und Bürger Verantwortung für die Daseinsvorsorge teilen sollen. Laut Medienberichten mehren sich zudem Diskussionen über die möglichen Folgen häufiger Arbeitskämpfe im Verkehrssektor auf das Vertrauen der Bürger – einerseits Verständnis für die Bus- und Bahnfahrer, andererseits Sorge über die Verlässlichkeit öffentlicher Infrastruktur.
02.02.26 12:00 Uhr