CDU-Sozialpolitiker verlangt Neuausrichtung – Kritik an Merz' Kurs

Dennis Radtke, als Vorsitzender des sozialpolitischen Flügels der CDU, mahnt Parteichef Friedrich Merz zu einer strategischen Neujustierung. Auch wenn die CDU nicht völlig abgeschlagen dasteht, drängt Radtke auf echte Impulse in der Kommunikation und Ausrichtung.

07.01.26 01:03 Uhr | 17 mal gelesen

Dennis Radtke hat es deutlich ausgesprochen: Die Lage im Land ist angespannt, viele Menschen spüren Unsicherheit – das schlägt auch auf die politischen Stimmungen durch, ganz unabhängig von bloßen Umfragewerten. In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe plädiert er deswegen für eine klare, sensible Themensetzung der CDU – und für einen offeneren Ton. Radtke, selbst als Europaabgeordneter unterwegs und selten um klare Worte verlegen, betont: Gerade jetzt sollte eine Partei mit europäischen Werten wie die CDU für Orientierung stehen. Dabei bleibt er aber nicht bei abstrakten Phrasen: Wirtschaftsaufschwung sei wichtig, klar, aber eben nicht alles – soziale Absicherung, Zusammenhalt und nicht zuletzt Frieden und Sicherheit müssten dringend mitgedacht werden. Interessant auch sein Kommentar zu einem Schreiben von Kanzler Merz, in dem für 2026 ein Fokus auf die Standortbedingungen gefordert wurde. Radtke sieht das zu eng und fordert, dass sich die CDU breiter aufstellt – denn Wachstum, Soziales, Europa: Das sei der eigentliche Dreiklang. Man spürt, dass Radtke ungeduldig ist und Sorge hat, dass die CDU diese Chancen gerade verpasst. Überraschend: Zwischen den Zeilen klingt eine Skepsis mit, ob die Botschaften von der Parteispitze in der nötigen Klarheit ausgesendet werden oder ob zu sehr auf ökonomische Schlagworte gesetzt wird.

Im Kern drängt Dennis Radtke auf ein stärkeres sozialpolitisches Profil seiner Partei. Während Friedrich Merz in einem aktuellen Rundschreiben vor allem die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ins Zentrum stellt, sieht Radtke dringenden Bedarf, die CDU wieder als Schutzmacht von sozialer Sicherheit und solidarischem Europa zu positionieren. Radtke fürchtet, dass die Partei sonst vor allem bei der europäischen und arbeitnehmernahen Wählerschaft weiter an Boden verliert – ein Punkt, der angesichts wachsender gesellschaftlicher Risse und europaweiter Unsicherheiten nicht zu unterschätzen ist. Ergänzend zeigt ein aktueller Blick auf deutsche Nachrichtenportale, dass die Diskussion um Kursfindung und soziale Gerechtigkeit in mehreren Parteien gerade an Fahrt aufnimmt. Die Süddeutsche Zeitung betont in einem aktuellen Kommentar die Notwendigkeit, die Debatte um Soziales und Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen, da dies auch im Hinblick auf die bevorstehende Europawahl entscheidend sei. Die FAZ berichtet zudem über interne Diskussionen innerhalb der CDU, in denen die Balance zwischen wirtschaftlicher Modernisierung und sozialem Ausgleich gesucht wird. Und die ZEIT verweist darauf, dass soziale Fragen derzeit immer mehr die politische Agenda bestimmen – auch, weil viele Bürgerinnen und Bürger sich von traditionellen Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen.

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