Im Kern drängt Dennis Radtke auf ein stärkeres sozialpolitisches Profil seiner Partei. Während Friedrich Merz in einem aktuellen Rundschreiben vor allem die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ins Zentrum stellt, sieht Radtke dringenden Bedarf, die CDU wieder als Schutzmacht von sozialer Sicherheit und solidarischem Europa zu positionieren. Radtke fürchtet, dass die Partei sonst vor allem bei der europäischen und arbeitnehmernahen Wählerschaft weiter an Boden verliert – ein Punkt, der angesichts wachsender gesellschaftlicher Risse und europaweiter Unsicherheiten nicht zu unterschätzen ist. Ergänzend zeigt ein aktueller Blick auf deutsche Nachrichtenportale, dass die Diskussion um Kursfindung und soziale Gerechtigkeit in mehreren Parteien gerade an Fahrt aufnimmt. Die Süddeutsche Zeitung betont in einem aktuellen Kommentar die Notwendigkeit, die Debatte um Soziales und Sicherheit in den Mittelpunkt zu stellen, da dies auch im Hinblick auf die bevorstehende Europawahl entscheidend sei. Die FAZ berichtet zudem über interne Diskussionen innerhalb der CDU, in denen die Balance zwischen wirtschaftlicher Modernisierung und sozialem Ausgleich gesucht wird. Und die ZEIT verweist darauf, dass soziale Fragen derzeit immer mehr die politische Agenda bestimmen – auch, weil viele Bürgerinnen und Bürger sich von traditionellen Parteien nicht mehr ausreichend vertreten fühlen.