Ehrlich gesagt, ich musste zweimal lesen, was da nun eigentlich entschuldigt werden sollte. CDU-Generalsekretär Linnemann, kein Freund halbgarer Entschuldigungen, reagierte entsprechend harsch: 'Wenn man von einer angeblich zu verkürzten Aussage spricht, ist das schon ein starkes Stück.' Es klang fast so, als hätte er auf die vollständige Version von Pantisanos Worten gewartet – mit einer Spur Sarkasmus: 'Da wäre ich ja mal gespannt.' Der Vorwurf, die CDU betreibe eine Politik, die keine großen Unterschiede zur AfD zeige, wiegt für Linnemann schwer. Wer so argumentiere, relativiere zugleich die Schrecken des Faschismus und zeige, wie wenig Geschichtsbewusstsein bei manchen Linken vorhanden sei. Im Kern, das machte Linnemann auch klar, gehe es nicht nur um Worte, sondern um Verantwortung in der Demokratie. Pantisano hatte im Nachgang seines umstrittenen Statements eingeräumt, er habe sich missverständlich ausgedrückt und einige CDU-Mitglieder damit persönlich verletzt. Seine Entschuldigung – vor allem an die, die klar gegen die AfD Position beziehen – war allerdings ein Tropfen auf den heißen Stein.
Die jüngste Kontroverse zwischen CDU und Linken zeigt einmal mehr, wie aufgeheizt der politische Diskurs in Deutschland aktuell geführt wird. Luigi Pantisano, Vorsitzender der Linken, hatte mit seiner pauschalen Gleichsetzung von CDU und AfD für Empörung gesorgt, versuchte sich später an einer Relativierung und einer Entschuldigung, die jedoch von der CDU als unzureichend abgelehnt wurde. Neuere Berichte unterstreichen, dass sich solche Zuspitzungen in der politischen Auseinandersetzung häufen und das Vertrauen in die Diskussionskultur auf eine harte Probe stellen – die Reaktionen aus der CDU dokumentieren, wie ernst der Vorwurf der Geschichtsvergessenheit mittlerweile genommen wird. Erst in den letzten Tagen wurde in Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und auf "Spiegel Online" diskutiert, inwieweit solche Aussagen das ohnehin fragile Verhältnis zwischen den Parteien weiter beschädigen ([Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de), [Spiegel Online](https://www.spiegel.de)). Die Diskussion um historische Verantwortung und politische Grenzziehung gewinnt dadurch nochmal an Brisanz.