Die diplomatische Bande zwischen Australien und Deutschland bekommen einen kräftigen frischen Anstrich. Penny Wong, ihres Zeichens australische Außenministerin, und ihr deutscher Amtskollege Johann Wadephul (CDU), haben sich bei Gesprächen in Canberra darauf verständigt, auf gemeinsame Herausforderungen mit noch mehr Schulterschluss zu reagieren. Der Begriff „geostrategisches Umfeld“ klingt zunächst trocken, aber dahinter verbirgt sich eine ziemlich bewegte Weltlage – und beide Länder wollen mit vereinten Kräften antworten.
Was ins Auge sticht: Sie bekennen sich klar dazu, das internationale Regelwerk zu unterstützen – eine Art Vertrauensvorschuss für multilaterale Prozesse, wie sie etwa die WTO verkörpert. Besonders das geplante Freihandelsabkommen zwischen Australien und der EU bekommt im gemeinsamen Statement Rückenwind. Außerdem: In Zeiten von Energiekrisen und Klimawandel richten Deutschland und Australien ihren Blick auf erneuerbare Energien und sogenannte kritische Mineralien. Ganz konkret: Die Entwicklung von Wasserstoff-Lieferketten und neuen Handelswegen zwischen Down Under und Europa soll Fahrt aufnehmen.
Eine gewisse Dringlichkeit schwingt auch bezüglich geopolitischer Hotspots mit. So heben Wong und Wadephul etwa die Bedeutung der Stabilität in der Taiwanstraße hervor. Interessant am Rande: Bei all den politischen Formulierungen liest man zwischen den Zeilen einen Mix aus Vorsicht, Pragmatismus – und einem kleinen Schuss Hoffnung.
Die engere Kooperation wird als Reaktion auf die sich wandelnde Weltordnung verstanden. Besonders im Fokus stehen regenerative Energien und sicherheitspolitische Fragen im Pazifikraum. Deutschland und Australien sehen sich als verlässliche Partner, die nicht nur Handelsbeziehungen ausbauen, sondern auch einen Beitrag zu Frieden, Menschenrechten und nachhaltiger Entwicklung leisten möchten. Dazu passen auch die aktuellen Nachrichten: Beide Länder bauen konkrete Projekte im Bereich Wasserstoff-Transport und Bergbau für seltene Erden auf und erörtern gemeinsam den Einfluss Chinas auf globale Lieferketten. Das Freihandelsabkommen mit der EU bleibt zwar eine Herausforderung, aber die gegenseitige Unterstützung gilt als symbolisch wichtig für eine nachhaltige, regelbasierte Wirtschaftsordnung.