Dialog in bewegten Zeiten: Stimmen aus Mitteldeutschland bei „Was Deutschland verbindet“
Leipzig – In der ARD-Initiative „Was Deutschland verbindet“ haben 84 Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland, darunter acht Stimmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, miteinander debattiert – über alles, was Gesellschaft heute prägt: Demokratie, Zusammenhalt, Migration. Höhepunkte und Aha-Momente aus diesen Dialogen bringt „Hart aber fair extra“ am Montagabend, begleitet von politischen Gästen wie Ministerpräsident Sven Schulze (CDU, Sachsen-Anhalt). Anschließend folgt die Doku im Ersten (ab 23:35 Uhr) – sie steht zudem schon seit 30. Mai in der ARD Mediathek bereit.
heute 14:59 Uhr | 5 mal gelesen
In einer Zeit, in der die Debatten oft lauter und die Fronten härter werden, wollte die ARD-Dialogaktion einen Gegenraum schaffen: Mehr als 80 Menschen, jeder und jede für ein gutes Prozent der Bevölkerung stehend, trafen sich gleichzeitig unter anderem beim MDR in Leipzig und beim SWR in Baden-Baden. Fernab von parteipolitischer Bühne, dafür mit moderierender Begleitung, kamen dabei vielfältige Sichtweisen auf den Tisch – nicht immer einfach, aber genau das war das Ziel. Boris Lochthofen vom MDR brachte es treffend auf den Punkt: In Ostdeutschland stehen die Zeichen weiterhin auf Verständigung, doch der Weg dorthin bleibt mitunter steinig. Politikverdrossenheit und Skepsis gegenüber demokratischen Prozessen sind spürbar – also braucht es Gelegenheiten zum Zuhören, Aushalten und Mitdiskutieren, ohne dass gleich alles auf einen Nenner gebracht wird. Eine Teilnehmerin, Rebekka aus Sachsen-Anhalt, brachte das Gefühl der Gruppe auf den Punkt: Nur in offenen, unterstützenden Räumen kommen überraschende Gemeinsamkeiten zum Vorschein. Organisiert wurde das Ganze federführend vom Hessischen Rundfunk, mit starker Unterstützung von MDR und SWR, insbesondere am Veranstaltungswochenende in Leipzig. Technisch und redaktionell alles Hand in Hand, dazu Barrierefreiheit: Die Diskussionsreihen sind komplett und mit Untertiteln online in der ARD Mediathek einsehbar. Hintergrundinfos, Pressekits und Bildmaterial sind für Medienleute abrufbar, Kontakt gibt’s über den MDR-Kommunikationsdesk.
Die ARD-Dialogaktion „Was Deutschland verbindet“ öffnete vielen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich über gesellschaftliche Herausforderungen wie Demokratie, Integration und Gleichberechtigung unter realen Bedingungen auszutauschen. Auffällig war, wie sehr insbesondere Teilnehmende aus dem Osten Deutschlands auf den Wert gegenseitigen Zuhörens und die Bedeutung respektvoller Diskussionsräume pochten – Themen wie Politikverdrossenheit und Vertrauensverlust wurden deutlich angesprochen. Ergänzend berichten verschiedene aktuelle Medienquellen, dass gesellschaftliche Dialoge derzeit verstärkt als wichtig empfunden werden; so wird mehrfach betont, wie notwendig offene Foren gegen Spaltung und für mehr Miteinander sind. Neue Details zeigen, dass nach der Veranstaltungsreihe auch Onlineforen und lokale Dialoggruppen gegründet wurden, die den Austausch fortsetzen sollen. Außerdem gab es vom ARD-Dialog technische Neuerungen: Erstmals sind alle Diskussionsrunden mit erweiterten Untertiteln für hörgeschädigte Personen versehen. Laut mehreren Quellen (insb. www.dw.com und www.zeit.de, Stand Juni 2024) wurde der Ansatz des Projekts sowohl von Politikern verschiedener Parteien als auch von Betroffenen gelobt – vor allem die Offenheit für unbequeme Meinungen wurde als Gewinn gesehen.