Ei, ei, ei... 150 Jahre VERPOORTEN: Von der Destille zum Kultgetränk

Bonn – 1876 schuf Eugen Verpoorten in Heinsberg den Grundstein einer Eierlikör-Legende, ohne es zu ahnen. Seine cremige Alkoholkomposition fand über Generationen Liebhaber und steht heute sinnbildlich für deutsche Spirituosenkultur und familiäre Handwerkskunst. Die Mischung aus Tradition und Innovationsfreude prägt Verpoorten auch nach eineinhalb Jahrhunderten.

heute 11:26 Uhr | 1 mal gelesen

Die Geschichte von Verpoorten klingt fast nach einem Märchen, allerdings ohne Prinz oder Drache, sondern mit faszinierend viel Eigelb. Aus bescheidenen Anfängen – einer kleinen Brennerei, fest in Familienhand – wuchs das Unternehmen quer durch fünf Generationen zu jener Ikone heran, die ihre Rezepte wie einen Familienschatz hütet. Man könnte fast meinen, Verpoorten hätte die Zeit ausgetrickst: Noch heute gleicht das Produkt geschmacklich dem Vorbild von 1876. Zum 150. Geburtstag wagt sich das Team rund um William und Viktoria Verpoorten an einen goldenen Auftritt: Die Jubiläumsflasche schimmert festlich und im edlen Glas spiegelt sich der kultige Schriftzug wider – als feines Relief. Wer etwas für Sammlerherzen übrig hat, bekommt mit dem exklusiven Shotglas einen echten Hingucker für die Hausbar. Wenn es je ein flüssiges Familienritual gab, dann ist es das: Verpoorten zum Feiern, Backen, Naschen, vielleicht sogar aus einem Eierbecher (wobei Letzteres wohl Geschmackssache ist). Eierlikör als Multitalent – im Drink, Dessert, Kuchen oder – ganz frech – im Kaffee. Wer behauptet, Klassiker seien langweilig, kennt diese Vielseitigkeit nicht. Zudem füllt Verpoorten genüsslich Ostereier und Baumkuchenspitzen, taucht als Eis oder Topping auf. Nur eins bleibt gleich: Das berühmte "Ei, ei, ei … Verpoorten!", das seit Jahrzehnten Werbewände, Gehirne und Frühstückstische gleichermaßen bespielt. Das 150-jährige Bestehen möchte die Marke nicht still übergehen lassen. Zentrale Jubiläumsaktionen, ein 360-Grad-Werbegewitter und jede Menge Interaktion mit der Community stehen an. Online tobt das Fest weiter: Gewinnspiele, Rezepttipps, digitale Challenges. Dass die Zeit an der Flasche nicht spurlos vorbeigeht, beweist auch das Sortiment – jüngst ergänzt um Sorten wie Vanille und Haselnuss, neben den farbenfrohen Pfirsich-Maracuja und winterlichen Eierpunsch. Tradition trifft hier immer wieder auf Experimentierfreude: Altes Rezept, aktuelle Ideen, und aus Bonn ein Spirit, der Brücken schlägt zwischen Generationen.

Verpoorten blickt zurück auf 150 Jahre Familiengeschichte und Markenkult – auch 2024 noch wird der Eierlikör nach alter Rezeptur in Bonn produziert, während limitierte Design-Editionen und Community-Aktionen den Spagat zwischen Traditionsbewusstsein und moderner Markenführung schaffen. Im aktuellen Umfeld verändert sich das Konsumverhalten zwar – Trend zu Craft-Spirituosen, wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeit, Social-Media-Influencer – dennoch profitiert Verpoorten von dem Revival regionaler Klassiker und der laufenden Erweiterung seiner Drinks und Rezeptideen. Aus Medienberichten (taz, FAZ, Zeit u.a.) ergibt sich, dass sich im Spirituosenmarkt weitere Anbieter auf den Trend regionaler Spezialitäten und Kreativ-Editionen stürzen – und dabei gezielt auf Nostalgie, Heimatverbundenheit und neue Geschmackserlebnisse setzen. Hinzu kommen die aktuellen Herausforderungen: steigende Rohstoffpreise, Lieferengpässe und eine gewachsene Sensibilität für hochwertige Zutaten, denen auch Verpoorten begegnet, etwa mit transparenten Angaben zur Herkunft und Qualität der Eier. Zudem berichtete die Süddeutsche zuletzt über einen Trend zu lokalem Einkaufen und Manufakturspirituosen – ein Feld, in dem der Bonner Likörproduzent weiterhin als Pionier gilt.

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