Wenn im Sommer das Pflaster flimmert und das Thermometer klettert, werden Kirchen plötzlich zu Orten, die nicht nur Stille, sondern auch willkommene Frische schenken. Bischöfin Kirsten Fehrs brachte das kürzlich ziemlich treffend auf den Punkt: In Deutschland sterben jedes Jahr Tausende Menschen an Hitze – kein Thema, das gern groß aufgehängt wird, aber eine bedrückende Wahrheit. Vor allem für Ältere, für Kinder und für jene, die gesundheitlich angeschlagen sind, kann die Dürre draußen bedrohlich werden. Fehrs sagte im Gespräch mit der 'Rheinischen Post', Nächstenliebe heiße eben auch, denen eine Pause zu gönnen, die im Alltag besonders verwundbar sind. Im Rahmen der Initiative 'Kühle Kirchen' öffnen viele Gemeinden ihre Portale – und nicht nur für Fromme. Es ist, wenn man mal drüber nachdenkt, ein stilles Angebot: Kommt rein, setzt euch hin, lasst die Hektik wie die Hitze draußen. Vielleicht ist das, neben aller Theologie, tatsächlich ein ganz praktischer Ausdruck christlicher Solidarität – einfach mal an die denken, die Schatten und etwas Zeit zum Durchatmen brauchen.
Kirchen in Deutschland positionieren sich zunehmend als Orte zum Schutz vor übermäßiger Hitze, besonders in urbanen Zentren, in denen Temperaturen durch den Klimawandel häufiger auf Rekordwerte steigen. Neben der psychologischen und spirituellen Funktion der Kirchen etablieren sie sich so auch als niedrigschwellige Zufluchtsorte in Gesundheitsnotlagen, was gesellschaftliche Fragen nach Solidarität, Fürsorge und Verantwortung in Zeiten des Klimawandels neu aufwirft. Zusätzlich haben Gemeinden Maßnahmen getroffen wie das Bereitstellen von Wasser, Sitzgelegenheiten und Infomaterial zu Hitzeschutz – ein Beispiel dafür, wie traditionelle Institutionen flexibel auf aktuelle Herausforderungen reagieren können.