EU und Australien machen gemeinsame Sache in der Verteidigungspolitik

Die Europäische Union und Australien sind sich über die Eckpunkte für eine verstärkte sicherheitspolitische Zusammenarbeit handelseinig geworden.

10.02.26 21:21 Uhr | 3 mal gelesen

Laut Informationen aus Kreisen um die Verhandlungen, die das 'Handelsblatt' zusammentrug, steht eine formelle Unterzeichnung des Abkommens bevor – es fehlt praktisch nur noch ein passender Termin auf dem internationalen Parkett. Spannend ist, dass die feierliche Besiegelung vielleicht parallel zum noch in der Mache befindlichen Handelsabkommen stattfinden könnte. Eine der praktischen Folgen: Australische Waffenhersteller erhalten Zugang zu dem gut gefüllten Rüstungsfonds der EU für die Unterstützung der Ukraine, insgesamt schlummern dort rund 60 Milliarden Euro. Für die diplomatischen Beziehungen markiert das einen Schwenk: Noch vor wenigen Jahren waren ähnliche Gespräche stecken geblieben, nachdem Australien mit einem Deal für amerikanische und britische U-Boote Frankreich vor den Kopf gestoßen hatte. Nun also ein Neustart – mit vielen Fragen, etwa wie diese Kooperation in den globalen sicherheitspolitischen Flickenteppich passt. Und ganz nebenbei zeigt sich, wie schnell internationale Verwerfungen doch wieder geglättet werden können, wenn die Interessen deckungsgleich sind.

Mit dem neuen Verteidigungsabkommen schlagen EU und Australien ein neues Kapitel auf: Die engere Kooperation soll nicht nur das sicherheitspolitische Gewicht beider Seiten stärken, sondern auch wirtschaftliche Interessen – etwa bei der Unterstützung der Ukraine – verzahnen. Hintergrund ist auch, dass Australien nach der U-Boot-Krise 2021 wieder verstärkt auf europäische Partner setzt. Der Deal zeigt exemplarisch, wie globale Machtbalance, Verteidigungsindustrie und diplomatische Signale ineinandergreifen. Laut aktueller Medienberichte sehen Experten das Abkommen zudem als Teil der Strategie der EU, sich in der indopazifischen Region stärker aufzustellen und Allianzen gegen autokratische Regime wie China und Russland zu schmieden. Nach Recherchen von SPIEGEL und FAZ wird die Einbindung Australiens in europäische Verteidigungsstrukturen auch mit Blick auf den Technologietransfer und gemeinsame Rüstungsprojekte bewertet. Kritische Stimmen auf ZEIT betonen allerdings, dass eine festere sicherheitspolitische Bindung an Australien weitere diplomatische Balanceakte vor allem gegenüber China nötig machen dürfte.

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