Europas Bewährungsprobe: Zwischen Putins Krieg und Trumps Druck – Diskussion mit Caren Miosga am 25. Januar 2026

Kälte, Angst, Politik – Europas Selbstbehauptung auf dem Prüfstand. Am Sonntag debattieren namhafte Gäste live mit Caren Miosga über Europas Rolle im internationalen Konfliktdreieck und die Frage: Stürzt Europa oder wächst es an der Krise?

heute 15:22 Uhr | 2 mal gelesen

Eisige Temperaturen in der Ukraine. Während des härtesten Winters seit Kriegsbeginn lässt Russland keinen Zweifel daran, dass zivile Strukturen im Visier bleiben. Krankenhäuser, Stromnetze, Heizkraftwerke – alles praktisch Schachfiguren in einem zermürbenden Spiel, bei dem das menschliche Leid oft übersehen wird. Und plötzlich sitzen nach Jahren Stille amerikanische, russische und ukrainische Vertreter wieder gemeinsam am Tisch. Ob das Hoffnung macht oder nur neue Misstrauensschübe schürt? Es bleibt ambivalent. Selenskyj äußert in Davos scharfe Vorwürfe gegen Europa, das aus seiner Sicht die Prioritäten falsch setzt – vielleicht ein berechtigter Ruf nach mehr Entschlossenheit, vielleicht auch die Verzweiflung eines Präsidenten. Nebenbei braut sich ein Streit um Grönland zusammen. Klingt weit weg, betrifft aber die Frage, ob die EU überhaupt autonom und robust genug ist, sich im geopolitischen Windschatten zwischen USA, Russland und China zu behaupten. Und dann: Wie steht es um die europäische Verteidigungsfähigkeit, wirklich? Was brauchen wir, damit die Ukraine wieder eine Vision bekommt? All das wird Caren Miosga am 25. Januar mit ihren Gästen aus Politik, Wissenschaft und Militärgeschichte diskutieren – und hoffentlich auch die eine oder andere unerwartete Perspektive bieten. Gäste der Runde sind diesmal: Boris Pistorius (Verteidigungsminister, SPD), Norbert Röttgen (CDU, Außenpolitik-Experte), Daniela Schwarzer (Politikwissenschaftlerin) und Sönke Neitzel (Militärhistoriker). Ein überraschender Gedanke vielleicht: Wie verändert es eigentlich die politische Atmosphäre im Studio, wenn einige Diskutanten direkten Kontakt zu Verhandlungstischen in Washington oder Kiew haben? Nur eine von vielen Fragen, auf die es wohl keine einfachen Antworten gibt.

Im Kern steht Europas Risikofähigkeit auf dem Prüfstand: Im Angesicht massiver Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine und einer neuen Gesprächsbereitschaft zwischen den Großmächten wird die Frage dringlicher, ob die EU eigene strategische Antworten finden kann. Selenskyjs offen ausgesprochene Unzufriedenheit mit Europas Haltung bringt alte Widersprüche wieder ans Tageslicht; insbesondere angesichts neuer Spannungen in geopolitisch strategischen Gebieten wie Grönland. Die Zunahme militärischer und politischer Verflechtungen – etwa durch den jüngsten Austausch zwischen Washington und Moskau – fordert Europa heraus, zwischen Loyalitäten und Eigeninteresse zu balancieren. Daraus ergibt sich eine Dringlichkeit, politisch wie wirtschaftlich souveräner zu werden, während die Debatte über europäische Autonomie, Verteidigungsfähigkeit und Solidarität mit der Ukraine längst keine akademische Übung mehr ist. In den letzten 48 Stunden berichten die Medien ausführlich insbesondere über die jüngste Militärhilfe für die Ukraine (siehe z. B. taz.de und spiegel.de) sowie über die verschärften Diskussionen um Europas Sicherheit im Zeichen des US-Vorwahlkampfs und Chinas zunehmende geopolitische Ambitionen (siehe faz.net und zeit.de). Die öffentliche Debatte wird von wachsender Nervosität und gelegentlich erfrischender Ehrlichkeit geprägt.

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