Stiebel Eltron startet Wärmepumpen-Produktion in Höxter erneut

Nach einer turbulenten Durststrecke fährt Stiebel Eltron seine Wärmepumpenfertigung im nordrhein-westfälischen Höxter wieder hoch. Die Nachfrage zieht wieder an, das Unternehmen setzt auf innovative Technik mit dem neuen Modell „wpnext“ – und ringt weiter mit politischer Unsicherheit.

heute 14:59 Uhr | 4 mal gelesen

Wer schon mal eine Achterbahnfahrt mitgemacht hat, weiß, wie sich das anfühlt: Mal obenauf, dann plötzlich steil abwärts – und jetzt wieder Hoffnung am Horizont. So oder so ähnlich erlebt Stiebel Eltron gerade seine Wärmepumpenfertigung in Höxter. Die Fabrik, einst ein Maschinenbaustandort, wurde 2022 übernommen und für fast acht Millionen gründlich umgebaut: Helle Hallen, neue Montagelinien, alles für die Produktion der nächsten Generation – das klang nach Aufbruch. Doch kaum rollten im Dezember 2023 die ersten „wpnext“-Geräte vom Band, krachte der Absatz ein. Der deutsche Wärmepumpenmarkt zog sich plötzlich zusammen, auch politisch hakte es: Die Förderung wurde geändert, Unsicherheit machte sich breit. Produktion gestoppt. Stillstand. Erst 2025, als die Nachfrage spürbar wieder anzieht, läuft auch das Werk erneut an. Stiebel Eltron bleibt trotzdem kämpferisch. Mit ihrer neuen Wärmepumpenreihe setzen sie auf ein modulares Konzept, Propan als umweltfreundliches Kältemittel, leise Technik – und viele Patente. Das Unternehmen sieht sich als Vorreiter. Dennoch: All das nutzt wenig, wenn die Marktpolitik wie ein Fähnchen im Wind bleibt. CEO Schiefelbein fordert geradezu mehr Verlässlichkeit von der Politik – schließlich stecken nicht nur sie, sondern die gesamte Heizungsbranche inzwischen tief in Forschung und Infrastruktur. Wer will schon erleben, dass Millioneninvestitionen ungenutzt veralten? Trotz zwischenzeitlicher Flaute äußerlich ungerührt: Die neue Produktion in Höxter signalisiert, dass Stiebel Eltron weiterhin mitmischen will. Ob das reicht? Man wird sehen.

Die Wiederaufnahme der Wärmepumpenproduktion bei Stiebel Eltron in Höxter spiegelt das Hin und Her des Marktes und der politischen Rahmenbedingungen wider. 2024 kam es zu einem Einbruch bei den Verkaufszahlen, ausgelöst durch Unsicherheiten in der Förderpolitik und veränderte Prioritäten bei Verbrauchern und Unternehmen. Die Erholung 2025 lässt hoffen, jedoch bleibt die Branche abhängig von verlässlichen politischen Entscheidungen, denn ohne Planungssicherheit geraten Investitionen in Gefahr. Zugleich setzt Stiebel Eltron mit Innovationen auf technische Stärke und zielt darauf ab, sich als Schlüsselunternehmen im Wärmepumpenmarkt zu etablieren. In jüngsten Berichten wird branchenweit zudem über die Auswirkungen der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und die Herausforderungen bei der Umsetzung der Wärmewende diskutiert, während gleichzeitig der Fachkräftemangel und Verzögerungen bei Installationen ein Problem bleiben. Hinzu kommen neue Forschungen zu Alternativen wie Hybridheizungen, die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung im Wärmemarkt sowie die Rolle Deutschlands als Innovationsstandort im internationalen Vergleich und die global wachsende Bedeutung klimafreundlicher Heiztechnologien.

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