Ein Abend in Kalifornien, der mit hohen Erwartungen begann und mit einem leichten Gefühl der Unvollendung endete: Belgien und der Iran trennten sich nach 90 Minuten mit einem eher seltenen, aber trotzdem nicht unverdienten 0:0. Besonders hervorzuheben ist der iranische Keeper Beiranvand, der gleich mehrere erstklassige Chancen der Belgier vereitelte. Die Dominanz der Roten Teufel war bis zur Pause deutlich, das Chancenverhältnis (11:2) sprach Bände – doch wie so oft im Fußball, zählt am Ende nur, wer den Ball über die Linie drückt. Der Iran schien vor allem in Standards mal gefährlich, ein Tor von Taremi wurde allerdings wegen Abseits aberkannt.
Nach der Halbzeit kippte das Spiel ein wenig: Belgien schwächte sich durch eine Rote Karte (Ngoy als letzter Mann) selbst und musste die letzten 25 Minuten in Unterzahl agieren. Die Iraner witterten Morgenluft und erhöhten den Druck, doch es gelang ihnen nicht, die solide belgische Defensive zu überwinden – ein bisschen erinnerte die Partie plötzlich an ein Schachspiel, bei dem keiner den entscheidenden Zug machen konnte oder wollte. Trotz verbissener Schlussminuten blieb es bei einem Unentschieden ohne Tore. Jetzt stehen für beide Teams „Endspiele“ an: Belgien bekommt es demnächst mit Neuseeland zu tun, der Iran trifft auf Ägypten. Die Offensive muss bei beiden wohl noch einen Zahn zulegen, sonst ist die Reise bei dieser WM bald zu Ende.
Abseits des Rasens wirkte das Spiel für Außenstehende beinahe wie ein Paradebeispiel überraschender Fußball-Nullnummern – man weiß nie, wann aus brennender Angriffslust letztlich nur flackerndes Stroh wird.
Das torlose Remis zwischen Belgien und dem Iran war von starker Defensivarbeit, einigem Glück auf beiden Seiten und einem Hauch verpasster Gelegenheiten geprägt. Belgien dominierte zwar die erste Halbzeit, konnte aber selbst in Überzahl nach dem Platzverweis keinen Vorteil erzielen. Für beide Teams bleibt die Hoffnung auf das Weiterkommen – auch weil die Gruppe nach aktuellem Stand noch völlig offen ist.
Ergänzende Recherchen: Nach Einschätzung mehrerer internationaler Medien gilt das Remis als typisches 'Turnierspiel', bei dem das Risiko minimiert wird, um eine Niederlage zu vermeiden. Interessant: Taktisch agierte Belgien nach dem Platzverweis überraschend gelassen und verteidigte tief, während der Iran erneut seine Schwierigkeiten im letzten Drittel offenbarte. Beobachter sehen Neuseeland und Ägypten jeweils als machbare, aber nicht zu unterschätzende Aufgaben in den letzten Gruppenspielen. Große Überraschungen oder enorme Spielverlagerungen waren im Vorfeld dieser Partie ohnehin kaum erwartet worden.