Gelsenkirchener Sparkassenraub: Hinweise auf Insiderwissen – Ermittler im Rätselmodus

Der spektakuläre Sparkassen-Einbruch in Gelsenkirchen wirft neue Fragen auf: NRW-Innenminister Herbert Reul hält es für durchaus möglich, dass die Täter Unterstützung von jemandem mit Ortskenntnis hatten.

heute 01:03 Uhr | 5 mal gelesen

Manchmal stolpert man, so ganz nebenbei, über Details, die einfach nicht ins Bild passen wollen. Nach dem Einbruch in die Filiale der Gelsenkirchener Sparkasse sieht das zumindest Innenminister Herbert Reul so. In einem Interview mit der 'Westdeutschen Allgemeinen Zeitung' gibt er zu bedenken: Da gäbe es schon das ein oder andere, was auf ‚Insiderhilfe‘ hindeuten könnte. Laut bisherigen Informationen kamen die Täter – gut maskiert, versteht sich – über ein Parkhaus in die Tiefgarage und von dort irgendwie schnurstracks ins Untergeschoss. Wie die das so punktgenau geschafft haben? – Das wirft Fragen auf. Besonders, da sie eine Tür fanden, die weder Alarm auslöste, noch sonst besondere Sicherheitsmechanismen zeigte. War die manipuliert? Wer weiß. Fest steht: Der Weg zum Archiv war frei, im Archiv selbst dann der nächste Coup – ein Kernbohrer an exakt der richtigen Wand zum Tresorraum. Merkwürdig ist auch, dass von den über 3.000 Schließfächern viele einfach ignoriert wurden – möglicherweise, weil sie ohnehin leer waren? Zufall? Reul bleibt vorsichtig, aber skeptisch. Die zu diesem Fall gebildete Spezialeinheit der Polizei (BOA) wurde um Spezialisten aus ganz NRW verstärkt und zählt mittlerweile über hundert Köpfe. Die Ermittlungen beschreiben die Beamten lapidar als „Hochreck der Kriminalistik“ – einfach ist anders. Was bleibt: Der Verdacht, dass hinter dem Einbruch mehr steckt als eine x-beliebige Gelegenheit, sondern vielmehr eine hochgradig professionelle Vorbereitung, vielleicht mit Hilfe aus den eigenen Reihen oder zumindest von Kennern des Gebäudes.

Beim Überfall auf die Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen deutet alles auf eine Tat mit enormer Präzision und Vorbereitung hin: Die Diebe gelangten auf ungewöhnlich zielstrebige Weise durch mehrere gesicherte Bereiche ins Kellergeschoss. Innenminister Reul vermutet, dass sie Hilfe von jemandem mit genauer Kenntnis des Gebäudes hatten – ein Insider könnte ihnen Türen geöffnet oder Sicherheitslücken gezeigt haben. Die Ermittlungen sind enorm aufwendig, Experten aus ganz Nordrhein-Westfalen sind in einer Spezialeinheit zusammengefasst; Reul sieht den Fall als Paradebeispiel für komplexe, moderne Bandenkriminalität. Neue Recherchen legen nahe, dass vergleichbare Banküberfälle in den letzten Jahren häufiger wurden, insbesondere dort, wo Alarmsysteme Schwachstellen haben oder Mitarbeiter aus Unzufriedenheit mitwirken. In der Szene kursieren Gerüchte, dass bereits Tipps aus dem Umfeld der Bank eine Rolle gespielt haben könnten. Die bundesweite Diskussion um den Schutz sensibler Bankbereiche flammt angesichts dieses Falles wieder auf.

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