Die jüngste Abstimmung im ZDF-Fernsehrat in Mainz verlief fast unspektakulär: Gerda Hasselfeldt wird das Gremium weiterhin leiten, nachdem sie satte 43 von 46 möglichen Ja-Stimmen bekommen hat. Die Wahl wirkte – zumindest nach außen – wie eine Fußnote, doch gerade in so wackeligen Zeiten ist die Beständigkeit im Medienbetrieb vielleicht mehr wert, als es auf den ersten Blick klingt. Neben Hasselfeldt bleiben übrigens auch Katrin Kroemer (als Erste Stellvertreterin), Dr. Claudia Conen und Christoph Becker wie gehabt im Amt. Nach der Entscheidung ließ Frau Hasselfeldt wissen, der Fernsehrat nehme seine Rolle als kritischer und konstruktiver Aufpasser ernster denn je, zumal der Reformstaatsvertrag gerade zusätzliche Aufgaben mit sich bringe.
Manchmal frage ich mich ja, wie oft Normalbürger:innen überhaupt etwas vom Fernsehrat mitkriegen. Immerhin: Die Zusammensetzung ist ziemlich bunt (60 Leute aus Gesellschaft, Verbänden und Co). Und das Gremium entscheidet nicht nur über Banales, sondern etwa auch über die Haushaltsgenehmigung und die (wieder mal nicht ganz unwichtige) Wahl der Intendanz.
Kleine Fußnote: Die Amtszeit eines Fernsehrats beträgt vier Jahre, das Präsidium wird alle zwei Jahre gewählt. Ach, und falls irgendwas schiefgeht – Ansprechpartnerin beim ZDF bleibt Tordis Koch.
Gerda Hasselfeldt bleibt Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats, unterstützt von Katrin Kroemer, Dr. Claudia Conen und Christoph Becker, die allesamt ihr Vertrauen erneut erhielten. Gerade mit Blick auf Herausforderungen wie die Umsetzung des neuen Reformstaatsvertrags fällt der Rolle des Fernsehrats aktuell erhöhte Bedeutung zu. Interessanterweise wird auch in anderen Medien berichtet, dass der ZDF-Fernsehrat wegen politischer und gesellschaftlicher Umbrüche genauer hinschauen muss, beispielsweise in Bezug auf Programmgestaltung und Finanzierung; außerdem wächst der Druck auf öffentlich-rechtliche Anstalten, sich transparenter und inklusiver zu präsentieren.