Gysis Forderung nach einem 'Rat der Weisen' stößt aktuell auf breites mediales Interesse, nicht zuletzt wegen der anhaltenden Diskussion um Demokratiedefizite und die Zukunft des Grundgesetzes. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Politikverdrossenheit und die Debatten um mehr direkte Bürgerbeteiligung sehen einige Beobachter in Gysis Vorschlag eine erfrischend parteiferne Vision; andere befürchten, dass zusätzliche Gremien bloß Symbolpolitik seien. Erst kürzlich forderte auch Bundespräsident Steinmeier tiefgreifende demokratische Reformen und warnte eindringlich vor einer gesellschaftlichen Spaltung, was Gysis Idee weiteren Rückenwind verleiht. Die politische Landschaft in Deutschland ist angespannt: Angesichts wachsender Unzufriedenheit mit den etablierten Parteien und verstärktem Ruf nach direkter Demokratie könnten derartige Gremien ein Ventil (oder vielleicht auch ein Experimentierfeld) für neue Beteiligungsformen bieten. Ob Steinmeier tatsächlich aktiv wird, ist noch offen. Aktuell mehren sich in den Medien Stimmen, die mehr Bürgernähe, Transparenz und Innovation im politischen Betrieb fordern. In der Süddeutschen Zeitung wird etwa betont, wie dringlich neue Formate zur Bürgerbeteiligung sind, gerade in Zeiten wachsender Skepsis gegenüber politischen Institutionen. Zeitgleich veröffentlichte Die Zeit eine Analyse, die davor warnt, Demokratie ausschließlich als System von Abstimmungen zu begreifen – es brauche Medienkompetenz, Bildung und eine Kultur des Zuhörens. Diese Vielschichtigkeit und die Unsicherheit über den besten Weg – mehr Basisdemokratie, konservative Reformen, oder doch neue Gremien? – machen die aktuelle Debatte so verwirrend wie spannend.