Union und SPD widersprechen Grünen: Keine Angst vor Gasmangel

Die Grünen äußern Befürchtungen wegen eines drohenden Gasmangels, doch Union und SPD wiegeln ab: Man habe die Lage im Griff, so ihre Stellungnahme im Bundestag.

heute 16:34 Uhr | 7 mal gelesen

In den vergangenen Tagen hat Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen, dem Wirtschaftsministerium – namentlich Katharina Reiche (CDU) – Untätigkeit hinsichtlich eventueller Gasengpässe vorgeworfen. Seine Fraktion drängt darauf, Reiche in einer Sondersitzung zur Rede zu stellen. Doch aus den Reihen der Union kommt Widerspruch: Andreas Lenz (CSU) lässt verlauten, die aktuellen Gasspeicherstände würden penibel überwacht, und ein Szenario wie 2022 sei nicht zu erwarten. Er verweist auf norwegisches Pipeline-Gas und betont die Bedeutung der LNG-Terminals – gerade Letzteres, eine Art Lebensversicherung für unsere Energieversorgung, scheint fast schon zum Polit-Mythos zu werden. Ironischerweise macht Lenz darauf aufmerksam, dass die aktuellen Speicher-Regeln einst von Habeck und Kellner selbst mitgestaltet wurden. Die SPD bleibt ebenfalls unaufgeregt: 'Alles unter Kontrolle', loben sie die Sicherungsmaßnahmen aus der Zeit der Ampel. Nina Scheer argumentiert sogar, zu viel Vorratshaltung wirke nur preistreibend. Die AfD feuert derweil gegen die Grünen zurück, wirft ihnen u.a. vor, russisches Gas verhindert zu haben – samt Nord Stream-Debakel. Auch Die Linke kritisiert: Der Kurs der Bundesregierung baue neue fossile Abhängigkeiten auf, statt erneuerbare Energien zu pushen. Kellner bleibt dennoch bei seiner Warnung: Die Speicherstände schrumpfen, neue Regeln müsse es geben. Ob das tatsächlich eine drohende Lücke ist – oder parteipolitischer Nebel – bleibt offen.

Im Zentrum der Debatte steht die anhaltende Unsicherheit über Deutschlands Gasversorgung, ausgelöst durch einen Vorstoß der Grünen. Trotz der beruhigenden Worte von Union und SPD bleibt die Lage fragil: Die Abhängigkeit von Energieimporten, v.a. aus Norwegen, und der Druck durch volatile Gaspreise sorgen weiterhin für politische Kontroversen. Nach aktuellem Stand sind die Speicher zwar gefüllt, aber Forderungen nach einer nationalen Gasreserve oder einer stärkeren öffentliche Kontrolle stehen im Raum. Laut der Bundesnetzagentur spricht derzeit wenig für eine akute Gasknappheit, doch Experten und einige Politiker mahnen zur Vorsicht und rufen zu mehr Investitionen in alternative Energien auf, auch weil die schwankenden Temperaturen und Marktdynamiken schnell für neue Engpässe sorgen könnten. Laut der Süddeutschen Zeitung laufen die politischen Debatten über die richtige Strategie hinter verschlossenen Türen und die Mobilisierung privater LNG-Investitionen bleibt ein Streitpunkt (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Zeit Online berichtet, dass die Bundesregierung trotz entspannter aktueller Versorgungslage an langfristigen Sicherheitskonzepten arbeite und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen wolle (Quelle: Die Zeit). Ein Bericht auf taz.de hebt hervor, dass die Diskussionen um die Speicherfüllstände auch als politisches Instrument genutzt werden, während die tatsächlichen Risiken für die kommende Heizperiode von Experten eher zurückhaltend bewertet werden (Quelle: taz).

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