Ischinger: Deutschland sollte Polen militärisch unterstützen – am besten mit Geschenken

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, schlägt vor, Polen aus anerkennender Geste mit deutschen Waffen auszustatten – etwa durch Schenkungen.

heute 14:00 Uhr | 6 mal gelesen

Dass Polen eine besondere Rolle an der sogenannten „Ostflanke“ spielt, ist dem ehemaligen Spitzendiplomaten Wolfgang Ischinger klar. Er wirft in Richtung Berlin einen fast schon ungeduldigen Vorschlag in den Ring: Wie wäre es, Polen schlicht militärische Ausrüstung zu schenken? Ein U-Boot, eine Handvoll Panzer, zur Not auch eine Fregatte – das wäre, wie Ischinger sagt, ein symbolisches und praktisches Signal. Zum einen ist da die historische Bürde der nicht endgültig gelösten Reparationsdebatte (Ischinger nennt das ‚herumschwirrend‘ – das klingt schon fast verzweifelt). Zum anderen profitiere Deutschland selbst ja immens vom polnischen Verteidigungsengagement. Klar, der riesige Aufwuchs deutscher Militärausgaben stößt bei den Partnern auf Skepsis – niemand will das Rad der Geschichte noch mal zurückdrehen Richtung deutsche Dominanz. Frankreich etwa blickt schon jetzt nervös auf die Zahlen. Deswegen müsse Deutschland, so Ischinger, transparent machen, dass es um gemeinsame Sicherheit und europäische Wehrhaftigkeit geht – und nicht um Machtspielchen. Die Bundesregierung solle das auch wirklich ehrlich vertreten, vor allem wenn sie wiederholt von einer ‚stärksten Bundeswehr Europas‘ spricht. Ischinger warnt: Da ist Feingefühl gefragt, und zwar mehr als üblich.

Ischinger regt öffentlich an, Deutschland könne zur Stärkung der Partnerschaft im Osten Waffen wie U-Boote oder Kampfpanzer an Polen verschenken. Als Begründung verweist er auf Polens Rolle als 'Frontstaat' und die noch immer schwelenden Diskussionen um Reparationen aus der NS-Zeit. Gleichzeitig warnt Ischinger, dass Deutschlands wachsende Verteidigungsausgaben in anderen europäischen Hauptstädten Vorbehalte wecken – vor allem die Angst vor deutscher Dominanz. Das Verteidigungsministerium unterstützt laut aktuellen Berichten jedoch eher auf koordinierte Hilfspakete und europäisch abgestimmte Sicherheitsinitiativen. Innerhalb Polens fällt Ischingers Vorstoß auf gemischtes Echo: Während manche Politiker zusätzlichen Schutz befürworten, fordern andere verbindliche langfristige Zusagen. Neuere Analysen in internationalen Medien sehen in Ischingers Vorschlag eine diplomatisch heikle Gratwanderung angesichts historischer Spannungen und aktueller Sicherheitslage.

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