Großschadenslage hält in Berlin an: Innensenatorin bleibt wachsam

Obwohl der Strom im Südwesten Berlins wieder läuft, sieht Innensenatorin Iris Spranger die Stadt weiterhin im Ausnahmezustand – die Hintergründe geben Anlass zur Sorge.

07.01.26 13:42 Uhr | 11 mal gelesen

Eigentlich könnte man meinen, der Spuk sei vorbei, wenn die Lichter wieder angehen – aber so simpel ist es diesmal eben nicht. Iris Spranger, Berlins Innensenatorin (SPD), beharrte am Mittwoch recht nachdrücklich darauf: Die Großschadenslage bleibt bestehen, bis sie persönlich das Gegenteil verkündet. Von vorzeitiger Entspannung also keine Spur. Was mir dabei auffällt: Es klingt fast so, als wolle Spranger das Risiko nicht kleinreden – vielleicht aus der Sorge heraus, erneut überrascht zu werden. Derweil machte sie ihrem Ärger über die Urheber Luft: Wer hinter so einer Tat steckt, handelt, so Spranger, zutiefst menschenverachtend. Speziell ältere Menschen hat man damit in Gefahr gebracht – eine bitter-ernste Feststellung, über die man kaum hinweggehen kann. Während die Ermittlungen jetzt kompromisslos bei der Bundesanwaltschaft liegen, betont Spranger auch den engen Kontakt zum Verfassungsschutz. Inzwischen meldete sich zudem Kai Wegner, Regierender Bürgermeister, und ordnete den Vorfall als terroristischen Angriff einer linksextremen Organisation ein – und nicht bloß als irgendeinen kleinen Brandanschlag. Die Dimension dessen, was in Berlin passiert, scheint also größer zu sein, als manche auf den ersten Blick vielleicht dachten.

Die Berliner Behörden verharren nach dem Anschlag auf die Stromversorgung weiterhin in erhöhter Alarmbereitschaft. Auch nachdem die Stromversorgung wiederhergestellt wurde, weigert sich Innensenatorin Spranger, Entwarnung zu geben, und verweist auf anhaltende Ermittlungen auf höchsten Ebenen; dabei rücken sowohl organisierte linksextreme Gruppen als auch deren potenzielle Motive in den Fokus der Behörden. In aktuellen Medienberichten wird diskutiert, inwiefern die Vorgehensweise der Täter neue Fragen zum Schutz kritischer Infrastruktur aufwirft und welche gesellschaftlichen Risse solch ein Angriff sichtbar macht; zudem kommentieren verschiedene Experten die politische Kommunikation und den Umgang der Stadt mit solchen Krisen.

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