Hamburger tesa-Werk setzt Maßstäbe: Großprojekt für klimaneutrale Prozesswärme mit ENERGYNEST startet
In Hamburg wagen tesa, Hersteller von Klebebändern, und ENERGYNEST, Spezialist für Wärmeenergiespeicherung, einen ambitionierten Schritt: Gemeinsam bauen sie eine der größten deutschen industriellen Power-to-Heat-Anlagen, um einen Großteil der dampfintensiven Produktion klimafreundlich zu gestalten. Die Anlage spart jährlich rund 4.600 Tonnen CO₂ ein – etwa ein Fünftel der Emissionen des Standorts im Vergleich zu 2018. Ihr Konzept ist damit nicht nur für tesa, sondern auch für andere energiehungrige Branchen wie Chemie, Papier oder Lebensmittelindustrie wegweisend.
heute 10:46 Uhr | 5 mal gelesen
Wer in den riesigen Industriehallen von tesa in Hamburg unterwegs ist, kann sich kaum vorstellen, wie viel Energie täglich für Hightech-Klebebänder und deren aufwändige Herstellungsprozesse benötigt wird – vor allem, wenn Hitze und Dampf gefragt sind. Bislang hat fossile Energie dominiert, doch jetzt wagt tesa den Umbruch mit einer elektrischen Dampferzeugung, die Strom aus erneuerbaren Quellen mit einem innovativen Wärmespeicher koppelt. Herzstück ist eine 10 MW starke Anlage, gespeist von grünem Strom, mit einem 40 MWh Speicher, in dem Wärme in Betonröhren bewahrt wird. Die spannende Nebensache: Zwei Drittel der jährlichen Dampfproduktion werden dadurch bereits klimaneutral abgedeckt – ein echtes Experimentierfeld für die Transformation der Industrie.
Wenn das Stromnetz Überschüsse bietet, „tankt“ der Speicher Energie und gibt sie später flexibel wieder ab – ein Paradebeispiel für netzdienliche Flexibilität. Eine intelligente Steuerung gleicht Angebot, Nachfrage und Marktdynamik aus. 'Das Projekt zeigt, dass klimaneutrale Produktion möglich ist und nicht länger Zukunftsmusik bleibt', betont Dr. Ingrid Sebald von tesa. Für ENERGYNEST-CEO Alex Robertson steckt darin die Blaupause für eine nachhaltige Energiewende, bei der Speicherlösungen zum eigentlichen Schlüssel werden.
Die Anlage in Hamburg ist mehr als ein Einzelprojekt – sie steht im Zentrum des umfangreichen Strategieplans „we do“, mit dem tesa seine eigenen Klimaziele aufs Korn nimmt: Bis 2030 soll das Unternehmen die Produktion weltweit klimaneutral stellen. 300 Millionen Euro steckt tesa in diese Umstellung. Stolz kann man auf eine bisherige Reduktion der Scope 1 und 2 Emissionen von fast 40 Prozent sein; 90 Prozent des Stroms im gesamten Konzern stammt mittlerweile aus erneuerbaren Quellen. Der Schritt zur elektrifizierten Dampferzeugung in Hamburg ist also Teil eines größeren Wandels – manchmal stolpert man beim Umbau zwar, aber Stillstand gibt es keinen.
Die ersten Bagger rollen im Herbst 2026 an, ein ganz neuer Puls für Hamburgs Industrie. Mitte 2027 wird’s dann ernst: Die stilprägende Anlage geht ans Netz – eine Geschichte, die vielleicht bald auch anderswo erzählt wird.
Das Hamburger tesa-Werk baut gemeinsam mit ENERGYNEST eine wegweisende Power-to-Heat-Anlage, um Prozesswärme und Dampf größtenteils klimaneutral bereitzustellen. Der innovative Thermalspeicher nutzt erneuerbaren Strom und erhöht durch Flexibilität die Wirtschaftlichkeit und Netzdienlichkeit; gleichzeitig werden jährlich 4.600 Tonnen CO₂ eingespart. Die Zusammenarbeit ist Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie, mit der tesa bis spätestens 2030 weltweit klimaneutral produzieren will – ein Ansatz, der auch für andere Branchen als Vorbild dienen kann.
Aktuelle Recherchen zeigen:
- Power-to-Heat-Technologien und Wärmespeicher sind weiterhin im Aufwind. Eine Reportage bei der Süddeutschen Zeitung beschreibt, wie Industrie und Versorger durch flexible Strom-zu-Wärme-Nutzung ihre Emissionen drastisch verringern können (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)).
- Der Spiegel untersucht den Fachkräftemangel, der große Wärmewende-Projekte wie das von tesa in ihrer Geschwindigkeit ausbremst, betont aber die Innovationskraft spezifischer Leuchtturmprojekte (Quelle: [Spiegel](https://www.spiegel.de)).
- Bei Zeit Online diskutiert man die politische Dimension der Transformation: Fördermechanismen und europäische Vorgaben treiben Unternehmen zu nachhaltigen Investitionen, so wie aktuell mit tesa sichtbar wird (Quelle: [Zeit Online](https://www.zeit.de)).
Tesa ist wohl rechtzeitig am Start, denn ambitionierte Klimavorgaben und Energiepreise befeuern überall in Deutschland die Suche nach neuen Konzepten. Projekte wie dieses wirken wie ein Lackmustest für Energiewende und Industriemodernisierung.