Manchmal fragt man sich, wie lange es eigentlich noch so weitergehen soll mit der hohen Steuerbelastung in Deutschland: Während vielerorts die Umsätze stagnieren, fordert Handwerkspräsident Jörg Dittrich jetzt ein frühes Eingreifen der Politik. "Es bringt wenig, die Steuerentlastung erst für 2027 ins Auge zu fassen – die Betriebe kämpfen heute mit Investitionshemmnissen und schleppender Nachfrage", sagte Dittrich und betonte, dass fast drei Viertel der Handwerksunternehmen personengetragene Betriebe seien, die direkt Einkommensteuer zahlen. Die viel diskutierte Entlastung dürfe keinesfalls einseitig auf Kapitalgesellschaften abzielen, sondern müsse das Rückgrat des Mittelstands – also auch Handwerker, die jeden Tag ausbilden oder Jobs sichern – erreichen. Spätestens jetzt sei die Regierung gefragt, Entlastungssignale zu senden. Auch aus anderen Branchen wie der Metall- und Elektroindustrie gibt es Unterstützung für diesen Vorstoß: Gesamtmetall-Chef Oliver Zander sieht in geringeren Steuern einen entscheidenden Schritt zu mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit, schließlich belaste nicht nur die Energiekrise viele Unternehmen, sondern auch Arbeit, Steuerlast und überbordende Bürokratie. Die Zeit dränge – wer auf ein deutsches "Wirtschaftswunder 2.0" hofft, braucht politische Entscheidungen, die tatsächlich beim Mittelstand und damit im Alltag der Menschen ankommen. Und manchmal fragt man sich: Will Deutschland jetzt wirklich Neues wagen, oder verheddern wir uns wieder im Klein-Klein von Koalitionsplänen und späteren Legislaturversprechen?
Die Forderungen nach einer vorgezogenen Einkommensteuersenkung spiegeln die wachsende Besorgnis im Mittelstand wider, der sich zunehmend von der Steuer- und Abgabenlast erdrückt fühlt. Die Bundesregierung steht vor dem Dilemma, einerseits fiskalpolitische Stabilität zu wahren und andererseits mit steuerlichen Entlastungen ein dringend erhofftes Signal an Unternehmer zu senden. Jüngste Diskussionen in der Politik deuten darauf hin, dass die Themen Standortattraktivität, Innovationsförderung und internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter an Bedeutung gewinnen, zumal zahlreiche Wirtschaftsexperten eine deutliche Investitionszurückhaltung im deutschen Mittelstand beobachten. Vor allem FDP und CDU/CSU drängen auf stärkere „Entfesselungspakete“ für Unternehmen und kritisieren die aktuelle Bundesregierung für zögerliches Handeln, während Grünen und SPD weiterhin auf soziale Ausgewogenheit pochen. In der öffentlichen Debatte wird auch auf mögliche Risiken für die Staatshaushalte und soziale Sicherheit hingewiesen, sollten Steuersenkungen ohne Gegenfinanzierung beschlossen werden.