Die aktuelle Erhebung, veröffentlicht am Freitagmorgen, lässt wenig Raum für Optimismus bei der FDP: Mit mageren drei Prozent pendelt die Partei stabil auf dem Abstiegsplatz herum – wie schon bei der letzten Zählung vor zwei Wochen. Das ZDF-Politbarometer, erhoben von der 'Forschungsgruppe Wahlen' zwischen Montag und Mittwoch, hat keine erkennbare Wirkung durch den neuen Vorsitzenden feststellen können. Währenddessen legen Union und AfD je einen Punkt zu und rücken leicht vor (nun 25 Prozent für die Union, 27 Prozent für die AfD – beides beachtliche Zuwächse). Die SPD verharrt bei eher mauen 12 Prozent, die Grünen büßen einen weiteren Punkt auf jetzt 14 Prozent ein. Die Linke verliert vergleichbar und landet mit 11 Prozent ebenfalls im einstelligen Bereich. 'Alle anderen' – ein Sammelbecken unterschiedlichster Parteien – bleiben ganz nebenbei konstant bei 8 Prozent. Dass ausgerechnet die Personalie Kubicki so wenig zu bewirken vermag, ist schon eine kleine Randnotiz im recht nüchternen Politalltag. Vielleicht ist es ja einfach zu früh für große Erwartungen, vielleicht geht Kubickis Strahlkraft aber auch schlicht in der aktuellen politischen Grundsuppe unter. Wer weiß das schon ganz genau?
Die FDP erzielt trotz des Führungswechsels keinen Umfrageaufschwung, bleibt im aktuellen ZDF-Politbarometer bei drei Prozent und außerhalb des Bundestags. Die Union sowie die AfD können leicht zulegen, während SPD, Grüne und Linke hauptsächlich stagnieren oder verlieren. Kubickis Wahl scheint bislang keinerlei positiven 'FDP-Effekt' zu entfalten – weder für die Partei noch für die Wählergunst. Betrachtet man zusätzlich die Presselandschaft der letzten 48 Stunden, ist auffällig, dass viele Medien den Zustand der FDP ähnlich bewerten: Weder 'taz' noch 'Spiegel' oder 'FAZ' berichten von einer dynamischen Trendwende. Eine größere Aufmerksamkeit erhalten derzeit ohnehin Themen wie die Krise der Ampelregierung, der Umgang mit der AfD oder die wirtschaftspolitische Gesamtlage. Übrigens berichten mehrere Quellen übereinstimmend von einer gewissen Ratlosigkeit in der FDP selbst; der Führungswechsel wird als notwendiger, aber keinesfalls als hinreichender Schritt zur Rettung der Partei angesehen.