Klingbeil stellt als deutscher Finanzminister klar, dass Deutschland derzeit nicht bereit ist, Eurobonds oder ähnliche Modelle gemeinsamer EU- Schulden mitzutragen. Vielmehr verweist er auf ausreichende finanzielle Ressourcen der Europäischen Union und warnt für den Moment vor einem Kurswechsel. Interessant bleibt die Entwicklung, dass sowohl Bundesbank als auch große deutsche Banken ihre Positionen etwas aufweichen, wohingegen Klingbeil und die Bundesregierung auf klarer Distanz bleiben - was auch innerhalb Deutschlands für Debatten sorgt. Aktuell flammt zudem erneut die Diskussion um eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die italienische Unicredit auf. Klingbeil spricht von „unfreundlichen“ Annäherungen durch Unicredit und betont, dass die Regierung die Eigenständigkeit der Bank schützt. Grundsätzlich befürwortet Klingbeil zwar die europäische Bankenunion, verlangt aber klare Regeln und ein Vorgehen im Interesse deutscher Banken. Ergänzend lässt sich aus aktuellen Artikeln entnehmen, dass die Debatte rund um die europäische Schuldenpolitik auch durch die Zinsentwicklung und die anstehende EU-Haushaltsdebatte getrieben wird. Die Frage nach gemeinschaftlicher Haftung wird dabei zunehmend kontrovers diskutiert, besonders bezüglich notwendiger Investitionen in Klimaschutz und Digitalisierung. Inzwischen mahnen auch Stimmen aus der Wirtschaft an, über langfristige Stabilitätsmechanismen in Europa offener zu sprechen – viele Regierungen in der EU stehen jedoch diametral entgegengesetzt da.
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